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volksethmologische Umdeutung entstanden sein, da
man sich ja die heidnischen Götter als Dämonen
und diese in Bocksgestalt vorzustellen pflegte. Zudem
lägt die mittelalterliche Namensschreibung nur zu
sehr Konstanz und Genauigkeit vermissen. So
schreibt der Stralsunder Chronist Berckmann
(gestorb. 1560) Lubeg, Lubegk und Lubeke für
Lübeck, Rostog, Rostogk und Rostoch für Rostock.
Meine Meinung ist also die: die pommerschen
Orte Belbuck und Zarnglaff sind alte Kultstätten
der Götzen Belbog und Czernebog (mit dem Beinamen
Czarnoglowy).
Man weiß, daß die Christen es liebten, Heiligtümer
an der Stelle niedergerissener Götzentempel
zu errichten, um so desto sicherer die Macht der bösen
Geister zu brechen.
Aus diesem Zusammenhang erhielten wir eine
nicht ganz zu verachtende Unterstützung für die
hier vorgetragene Anschauung, daß es nicht unwahrscheinlich
sei, in dem Pizamar der Knugtlingasaga
sei der dbonus deus des Helmold, der
vielfach angezweifelte Belbog, verborgen.
Unser Dommerland
Schlußbetrachlung.
Die vorstehenden. Ausführungen wollen mit dazu
beitragen, das noch so zerrissene Bild der flawischen
Mythologie einheitlicher zu gestalten. Es ist
schon viel wert, zu wissen, daß wir Einheit in den
religiösen Vorstellungen vermuten dürfen. Davon
wird man bei der Dürfligkeit der Quellen ausgehen
und mit Hilfe der Analyse der verschiedenen
Namen und Beinamen sich vorsichtig vorantasten
müssen. Ein Schritt vorwärts ist in diesem Sinne
die Feststellung von Diels, daß der Zuarasici
der Obotriten wie ein Patronymikon zu dem altrussischen
Svarog aussieht. Leider ist die Bedeutung
dieses Svarog fraglich. Sollte er vielleicht
dem Stvantewit der Rügianen, als Orakelverkünder,
gleichen und sein Name aus wyrok, Orakel,
mit Präfir Z hervorgegangen und entstellt
überliefert sein? Dann würde man wohl mit einer
Partizipialsorm Zwyroczacy orakelgebend
rechnen dürfen. Um über diese und ähnliche Fragen
zu entscheiden, wird eine umfassende Kenninis
des Altflawischen sowie der Entwicklungsgesetze der
slawischen Sprachen überhaupt und nicht zuletzt die
Divinationsgabe eines großen Gelehrten nötig sein.
—.
——
Dolkshumor und Volksweisheit.
(Fortsetzung.)
In den Büschen am Waldesrand hat die räuberische
Elster gerade ein Nest mit junger Brut erspäht
umd schreit:
„Göckerack, Gckerack!
Besst so recht na ininen Geschmack!"
Der Junge springt auf und eilt den bedrängten
„Kaldutten“ zu Hülfe; er kommt noch zur rechten
Zeit, und ärgerlich lachend sucht der Näuber das
Weite:
„Ha ha hal Ha ha hal Eck eck eck eck!“
Die Haubenlerche aber mahnt den Jungen:
„Häud! Häud!"“
Und wieder legt er sich ins Gras und träumt oder
hört der Goldammer zu, die ihm zum Dank unermüdlich
beim Neste singt:
„Edel edel bün ick!
Wat sing cck so fin!
Sühste nich den dicken fetten Schlick?“
Von Prof- Dr. A. Brun k.
oder sich teilnehmend bei
digt:
„Varresche, Varresche, wo is denn jug Maricke?“
So vergeht der Tag. Der Hund kehrt die Kühe
zusammen, und die Herde macht sich auf den Heimweg.
Unterwegs hält der Junge bei seinem
Freunde, dem Schafhirten, an, um ihn mitzunehmen.
Die Lämmer, die auch schon Sehnsucht nach
dem Stalle haben, fragen:
„Gahn wi ball heem?“
Die Alten trösten:
„'t ward balle war'n!“
und schließen sich mit dem Hirten der vorausschrei?
tenden Kuhherde an. Daheim drängt sich alles
durch den engen Torweg; dabei hat ein Lämmechen
seine Mutter verloren und blart:
„Wo 's min Mänmmer bläben?“
einer Nachbarin erkun-