Volltext : Unser Pommernland. 3. Jahrgang 1915/16. (3)

Die  Pommersche  Heimatliteratur.

Ein  Versuch  zu  einem  Verzeichnisse.

I.  Teil.
Schöne  Citeratur.

Um  nichts  Abgeschlossenes,  um  das  Ergebnis  von
Vorarbeiten  zu  einem  vollständigen  Verzeichnis  handelt
  es  sich  auf  den  folgenden  Seiten  nur,  der  Verbesserung
  und  Vervollständigung  bedürflig  und  um
Verbesserung  und  Vervollständigung  seitens  aller
stofftundigen  und  interessierten  Benutzer  bittend.

Arndt,  Ernst  Moritz,

geboren  1769  zu  Schoritz  a.  Rügen.

Von  Arndt  muß  jede  pommersche  Volksbücherei
eine  der  Auswahlausgaben  seiner  Werke  besizen.

Asmus,  JFerdinand,

geboren  1859  zu  Schönebeck.

„Sagen  und  Erzählungen  aus  dem  Kreise  Kolberg-Körlin.
  In  Gemeinschaft  mit  O.  Knoop  herausgegeben.


Bandlow,  Heimich,

geboren  1855  zu  Triebsees.

Heinrich  Bandlow,  der  „vommersche  Reuter“,  ist
unstreitig  der  bedeutendste  lebende  Vertreter  des
plattdeutschen  Humors  in  unserer  Heimatprovinz.
Bewundernswert  ist  auch  seine  Schaffenskraft.  Hier
die  lange  Reihe  seiner  bisherigen  Veröffentlichungen-


  humoristische  Geschichten,

5  Bändchen.

„Ferdinand  Schult“.
lung.

„Naturdokter  Stremel“  (ne  Fürsten  un  Börgergeschicht
  ut  Pommern).

„Köster  Hemp“  (Lose  Geschichten  von  en  lütten
Mann).

„Frisch  Salat“.

„Ernst  Spillbom“.
Hochdeutsch  geschrieben.

„Ut  de  Hiringslak“  ('ne  plattdütsch  Schöttel  ut
Vörpommern).

„In'n  Posthus'".  Ein  plattdeutscher  Roman  in
mecklenburgisch-vorpommerischer  Mundart.

„Lustig  Tügs"“.  Plattdeutsche  Humoresken,

5  Bändchen.

Eine  plattdeutsche  Erzäh-Plattdeutsche

  Geschichten.

Eine  heitere  Geschichte,  in

Von  Arnold  Koeppen.

„Aus  auen  Straßen".  Roman.

„Ut  mine  Käak“.

„Schwänke  und  Skizzen“.

„Kapitän  Möller".

„In'n  Ulenkraug“.

Heinrich  Bandlow's  Ruhm,  ein  bis  auf  den
Grund  echter  Volksdichter  und  Humorist  zu  sein,  ist
so  unbestreitbar  und  so  bekannt,  daß  wir  ihm  hier
nicht  viel  hinzuzufügen  brauchen.  Im  Verhältnis
dazu  wird  seinen  Werken  in  seiner  Heimatprovinz
noch  lange  nicht  genug  nachgefragt.  Sie  zum  Gemeingut
  des  Pommernvolkes  zu  machen,  ist  Pflicht
der  Bücherleiter.  Wer  sich  an  dem  Diale't  stößt,
dem  gebe  man  zuerst  die  hochdeutsch  geschriebene  Erzählung
  „Ernst  Spillbom“,  dann  vielleicht,  um  ihn
an  die  Mundart  zu  gewöhnen,  ein  Bändchen  der
„Stratenfegels“  oder  etwas  von  dem  „Lustig  Tügs“.
Das  Uebrige  holt  sich  dann  der  Leser  ganz  von
selbst,  denn  jeder,  der  auch  nur  eine  Spur  von
Sinn  für  frischen  Humor  hat,  wird  alle  die  „vertrauten
  Gestalten,  die  in  den  Häusern  des  norddeutschen
  Landes  schaffen  und  ringen  und  nach  der
Tagesarbeit  des  Feierabends  Friede  und  Freude,
des  Feiertags  Fröhlichkeit  und  Lust  genießen,“  auch
zu  seinen  Freunden,  machen  wollen.  Das  leüte
Werk  Bandlows,  die  große  Erzählung  „In'n  Ulenkraug",
  ist  erstmalig  in  der  Heimatzeitschrift  „Unser
Pommerland“  erschienen  und  hat  dort  schon  viel
Beifall  gefunden.

Bartz,  Marie  Luise,

geboren  zu  Köslin.

„Doktor  von  Königs  Gnaden“.  Eine  Erzählung
aus  der  Zeit  des  großen  Kösliner  Brandes.  Im
Hintergrund  steht  der  Soldatenkönig  Friedrich  Wilhelm
  I.,  der  Wiedererbauer  Köslins.  Wenn  auch
etwas  zu  breit  angelegt  und  hie  und  da  ohne  die
nötige  Spannung,  ist  das  Buch  doch  eine  fleißige
Arbeit  und  namentlich  der  heranwachsenden  Jugend
zu  empfehlen.

Biesendahl,  Karl.

Anklam  im  Nordischen  Krieg.  Ein  Bühnenfestspiel
  in  vier  Akten  und  einem  Vorspiel,  das,  nicht
ungeschickt  angelegt,  flüsstg  geschrieben,  doch  nicht
viel  mehr  denn  nur  lokale  Bedeutung  hat.