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versichert bin. Letztere wird von dem Umfang der Herzog—
tũmer abhängen; bei Integrität derselben wird sich manches
erreichen lassen, sonst nicht. Ich werde mir die Sache in
Dolzig überlegen, und betrachte diese Unterredung nur als
eine zu gegenseitiger Aufklärung über die Auffassung be-
stimmte.“
Auf Bismarcks Andeutung, daß Preußens Eifer in Förde-
rung der Kandidatur des Prinzen einigermaßen von dem
Verhalten Sr. Durchlaucht gegen Preußen abhänge, erwiderte
der Herzog, daß er in dieser Beziehung keine Besorgnis hege,
da die Sache schon zu weit gediehen sei, um noch rückgängig
gemacht werden zu können.“)
*) In der „Historischen Zeitschrift“ erörtert Adalbert Wahl
die obenstehende Unterredung: Bekanntlich ist aus dem Jansen-
Samwerschen Lager dem Fürsten Bismarck ziemlich unverblümt der
Vorwurf gemacht worden, daß er in seinen „Gedanken und Er-
innerungen“ betreffs dieser Unterredung geschichtliche Tatsachen
gefälscht habe. Im Gegensatz hierzu kommt Wahl in seiner
Untersuchung über die für das Schicksal Schleswig-Holsteins ent-
scheidend gewordene Unterredung zu dem Ergebnis, daß vn einer
Illoyalität Bismarcks gegenüber dem Augustenburger nicht die
Rede sein kann. Im Anschluß daran teilt Wahl mit, was ihm
„auss glaubhafteste'“ von einer späteren Aeußerung Bismarcks
über jene Unterredung berichtet worden ist. „Als der Herzog
von mir hinausging“, so etwa habe Bismarck erzählt, „habe ich
meinen Herrgott auf den Knieen angefleht, daß er diesen Mann
mit Blindheit schlagen möchte, — und er hat mich erhört.“ — Wahl
fügt hinzu: „Jedenfalls stimmen diese Worte ausgezeichnet zu
der Sachlage. Wir finden in ihnen angedeutet den leidenschaftlichen
Wunsch Bismarcks, die Herzogtümer für Preußen zu erwerben,
aber auch, daß zur Erfüllung dieses Wunsches doch ein ent-
sprechendes ungeschicktes Verhalten Friedrichs gehörte, schließlich
den Umstand, daß unmittelbar nach der Unterredung ein Ein-
lenken von Seiten des letzteren noch möglich gewesen wäre.“