Full text: Also sprach Bismarck. Band I. 1846 - 1870. (1)

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stimmung der Zollvereins-Regierungen, mit denen wir 
gemeinsam den Zollverein zu vertreten bekufen sind.“ 
1864 oder 1865. 
Unterredung mit Andrae-Roman, betref- 
fend die Rechtsansprüche des Herzogs von 
Augustenburg.) 
In einem kleinen Kreise wurde lebhaft die schleswig- 
holsteinsche Frage behandelt. Bismarck saß schweigend dabei. 
Als Andrae-Roman hinwarf: „Es wird am besten sein, dem 
Augustenburger die Herzogtümer zu übergeben. Dänemark 
darf sie nicht behalten, und er hat doch das meiste Recht dar- 
auf,“ rief Bismarck dazwischen: „Das ist eine Phrase.“ 
Andrae-Roman: „Phrase ist doch ein starker Ausdruck, 
der hier nicht her paßt; so pflegt man nur eine Behauptung 
zu nennen, die keinerlei Grund und Boden unter den Füßen 
hat.“ 
Bismarck: „Genau so ist es hier, niemand hat weniger 
Recht wie der Augustenburger, denn, wie Sie wissen, hat 
sein Vater alle Anrechte seiner Familie für bares Geld ver- 
kauft. Mehr Recht wie er hat Preußen gewiß.“ 
Berlin, Februar 1865. 
Unterredung mit dem Mitarbeiter der 
Agence Havas Dr. Wollheim da Fonseca, 
betreffend die schleswig-holsteinische Frage, 
die Agence Havas, einen Wink für Oester- 
reich.“") 
Bismarck: „Sie scheinen sich sehr lebhaft für den Herzog 
von Augustenburg zu interessieren? Sie sind im Mémorial 
*) A. Andrae-Roman im „Daheim“, 1899, S. 156. 
*.) Nach dem Werke von Dr. Wollheim da Fonseca „Neue In- 
diskretionen“, Bd. IS. 265—277 hatte derselbe im Februar 1865
	        
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