Full text : Also sprach Bismarck. Band I. 1846 - 1870. (1)

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Baden-Baden,  Ende  August  oder  anfangs  Sept.  1865.

Unterredung  mit  dem  badischen  Minister
Freiherrn  von  Roggenbach,  betreffend  die
schleswig-holsteinische  Frage.“)

Roggenbach  erinnerte  Bismarck  an  die  früheren  Verheißungen
  zu  Gunsten  des  Herzogs  Friedrich,  auf  die  er  —
Roggenbach  —  sein  Vertrauen  gesetzt  hatte.  Er  machte  alles
geltend,  was  für  Schleswig-Holstein  gesagt  werden  konnte:
er  verhehle  nicht,  daß  die  Annexion,  weil  dem  Willen  der
Bevölkerung  widerstrebend,  eine  schlechte  Basis  für  die  deutsche
Zukunft  Preußens  sei.  Nichts  machte  auf  Bismarck  Eindruck.

Merseburg,  zwischen  den  17.  und  23.  Sept.  1865.

Unterredung  mit  dem  Kronprinzen,  betreffsend
  die  Herzogtümerfrage.“)

Der  Kronprinz:  „Wollen  Sie  denn  annektieren?“

Bismarck:  „Womöglich  ja,  aber  einen  europäischen  Krieg
fange  ich  deshalb  nicht  an.“

Der  Kronprinz:  „Wenn  dieser  aber  droht?“

Bismarck:  „Nun,  dann  beschränke  ich  mich  auf  die  Februarforderungen.“


Der  Kronprinz:  „Wenn  man  diese  aber  nicht  einräumt?“

Bismarck:  „Für  diese  braucht  Preußen  keinen  Krieg  zu
fürchten;  die  Februarforderungen  sind  unser  Ultimatum.“  —

Der  Kronprinz:  „Und  wie  steht  es  mit  Herzog
Friedrich?“  —

Bismarck:  „Wie  gerade  die  Karten  liegen.“  —

Schließlich  nahm  das  Gespräch  einen  sehr  leidenschaftlichen
Charakter  an.

*)  Nach  Samwer  a.  a.  S.  512.  Bismarck  hielt  sich  in
Baden  vom  30.  August  bis  6.  September  auf.

**7)  Ulrich  von  Stosch,  Denkwürdigkeiten  des  Generals  und
Admirals  Albrecht  von  Stosch,  3.  Auflage,  Stuttgart,  Deutsche
Verlagsanstalt,  S.  64.