Full text: Also sprach Bismarck. Band I. 1846 - 1870. (1)

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Horsicz, den 4. Juli 1866. 
Unterredung mit dem österreichischen Ge- 
neral Gablenz, betreffend die Einstellung 
der Feindseligkeiten. ) 
Der Kommandant des zehnten österreichischen Korps, 
General Gablenz wollte im preußischen Hauptauartier die 
Einstellung der Feindseligkeiten erwirken, da, wie er sagte, 
die Schlacht am vorigen Tage entscheidend gewesen sei. Doch 
war er mit keinerlei politischen oder militärischen Vollmachten 
versehen und seine Mission beschränkte sich darauf, die Stim- 
mung des Königs von Preußen zu sondieren. 
Bismarck erwiderte ihm: „Der König weigert sich nicht, 
über den Frieden zu unterhandeln, diese Verhandlungen können 
aber nur auf formellen Grundlagen und im Einverständnis 
mit Italien eröffnet werden.“ 
Horsicz, den 4. Juli 1866. 
Unterredung mit dem franzöfischen Korre- 
spondenten VBilbort, betreffend die Abtre- 
tung Veneziens an Napoleon.“) 
Am Morgen sah Bismarck Vilbort im Horsiczer Schlosse 
und sagte zu ihm: „Wissen Sie bereits die große Neuigkeit? 
*) Vilbort, „Das Werk des Herrn von Bismarck“. Kohl 
läßt in seinen Bismarck-Regesten Gablenz erst am 5. Juli in 
Horsicz eintreffen. Das ist falsch, wie auch das Generalstabs- 
werk beweist. Auch erwähnt derselbe nicht das Zusammen- 
wessen mit Bismarck. Die Hauptverhandlung war natürlich mit 
oltke. 
*) Vilbort a. a. O. Bd. II S. 71. Nach einer anderen, 
freilich unverbürgten Quelle soll Bismarck bei der Nachricht des 
Abtretens Veneziens an Napoleon lächelnd bemerkt haben: Die 
Oesterreicher hätten schon viele dumme Streiche in ihrem Leben 
gemacht, aber eine solche Dummheit hätte er ihnen doch nicht 
zugetraut. Skizzen aus dem Feldzug von 1866, Potsdam, Ver- 
lag von Eduard Döring S. 140.
	        
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