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tino und Istrien. Die preußischen Erfolge,
Italiens Zustimmung zu dem Wasfenstill-
stand. Die französischen Drohungen.“)
Bismarck: „Ich gebe zu, daß die Schwierigkeiten der vom
italienischen Heere zu Beginn des Feldzuges unternommenen
Operationen den Mißerfolg wohl erklärten, ich kann aber
nicht begreifen, daß das italienische Heer nach einer mehr un-
entschiedenen als verlorenen Schlacht solange untätig geblieben
ist. Diese Untätigkeit hat zur Folge gehabt, daß 100.000
Oesterreicher Wien haben erreichen können, ohne daß sie Schritt
für Schritt verfolgt und so in ihrem Marsche aufgehalten
wurden. Dieser Umstand hat die ganze Kriegslage an der
Donau verschoben. Ich verstehe ebensowenig, warum von
der starken italienischen Flotte nichts gegen Triest versucht
worden ist, das Oesterreich unter Opferung eines beträchtlichen
Teiles seiner Streitkräfte hätte verteidigen müssen, die dann
nicht im Stande gewesen wären, auf Wien zu marschieren.
Ich würdige die Gründe, welche die italienische Regierung
zur Forderung Tirols und anderer italienischer Sprachgebiete
veranlaßten, meine aber, daß man sich dies für etwaige zu-
künftige Fälle vorbehalten sollte. Sollte der Krieg noch
einmal wieden ausgenommen werden, dann ist es um so
besser, je mehr österreichische Provinzen Italien nimmt.“
Als Govone dann Biemarck fragte, ob er für solchen
Fall geneigt sei, den Bündnisvertrag durch Einführung der
Worte „das Trentino und Istrien“ hinter Venetien zu er-
weitern, antwortete er bejahend, und ermächtigte Govone,
dem Minister Visconti-Venosta amtlich davon Mitteilung zu
machen. Es würde dann ein Zusatzartikel in den Bündnis-
vertrag einzuschieben sein.
*) Nach den Berichten Govones an den Minister Visconti-
Venosta d. d. Nikolsburg den 28. Juli 1866 a. a. O. Seite
264—266.