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ausgeschriebenen Matrikularbeiträge aussetzen. Die Zwischen-
zeit möge man benutzen, zwischen Preußen und Oesterreich
eine Verständigung anzubahnen, die ja, bei gutem Willen,
und wenn man erwäge, was man aufs Spiel setze, nicht schwer
fallen könne. Bismarck war den Auseinandersetzungen zu-
gänglich, die Bothmer ihm in dem gleichen Sinne, wie dem
Grafen Thun machte, obgleich aus der sehr langen Unterredung
deutlich hervorging, daß man sich in Berlin mit dem Gedanken
eines Zurückziehens vom Bunde schon völlig vertraut gemacht
hatte, und tief durchdrungen war von einer völlig feindseligen
Stimmung nicht nur von Seiten Oesterreichs, sondern auch
von Seiten anderer deutscher Höfe, die sich schon Berechnungen
auf preußische Besitzungen machten. Bismarck erklärte nament-
lich, wie seiner Ansicht nach ein Abkommen auf der von
Bothmer angedeuteten Grundlage sich treffen lasse: er be-
zweifelte aber, daß man österreichischerseits ernstlich darauf ein-
gehen werde.
Im Laufe des Gesprächs bemerkte Bismarck, er werde
unter gewissen Eventualitäten, die nicht genau bezeichnet wurden,
zwar von Frankfurt abreisen, aber einen Substituten zurück-
lassen. In Berlin beabsichtige man, den bisherigen Gebrauch
zu verlassen, demzufolge Oesterreich und Preußen sich einander
gegenseitig zu vertreten hätten, was unter obwaltenden Ver-
hältnissen nicht passe; man werde voraussichtlich den Gesandten
Hannovers ersuchen, die Vertretung Preußens zu übernehmen.
Bothmer bemerkte, wie er ohne ausdrückliche Autorisation
eine solche Vertretung nicht würde übernehmen können, indem
seine Regierung mit vollem Recht in Allem sehr vorsichtig
sei, was ihre Stellung zu den beiden Großmächten betreffe.
Schließlich äußerte Bismarck noch, wie er angewiesen
sei, Majoritätsbeschlüsse über die Flotte für gültig anzuer-
kennen, wenn jene zuvor als Bundes-Eigentum anerkannt sei.