den Großstaaten Mittelenropas (Deutschland, Frankreich, Oster—
reich-Ungarn), der an Innigkeit alle Allianzen übertrefsen, die
Teilung der Türkei zwischen Rußland und England verhindern,
dem gegenseitigen Zerfleischen von Deutschland und Frankreich ein
Ende machen und durch seine weltpolitische Bedentung den Streit
um Elsaß-Lothringen zu einer Winzigkeit herabdrücken würde. Dabei
sollte Fürst Bismarck auch die wegen der steten Gefahr am
Rhein notwendige russische Rückendeckung beklagt haben, die dazu
gesührt hätte, daß die deutschen Mächte mit gebundenen Händen
zusehen mußten, wie das Nachbarland Polen ruiniert wurde, und
daß sich Prenßen wie ein wachsamer Hund vor die polnischen Tore
Rußlands legte.
In der Annahme, daß diese Veröffentlichung amtlicher oder
halbamtlicher Herkunst gewesen sei, folgt Oncken dem 1892 anonym
erschienenen Werke „Berlin-Wien-Rom“ von Julius von Eckardt.
Dieser vortreffliche Schriftsteller von Welterfahrung, politischer
Schulung und reichem Wissen war, aus seiner baltischen Heimat
wegen seiner deutschen Gesinnung verdräugt, zuerst in Hamburg
tätig und wurde dann unter Bismarck, der sich für ihn interessierte,
in den auswärtigen Dienst übernommen. Unter Caprivi kam er
von dem Konsulat in Marseille aus den Posten des Generalkonsuls
in Stockholm. Sein Berlin-Wien-Rom wurde von dem Strudel,
der bei der Wiener Reise des Fürsten Bismarck und durch die Verösfentlichung
des Uriasbriefes entstand, verschlungen, ist aber heute
noch lesenswert. Die Annahme jedoch, daß jene „Zwöls Jahre
auswärtiger Politik“ unter amtlicher Billigung erschienen seien,
unterliegt starkem Zweifel.
Die Schrift rührte von dem Journalisten Hermann Robolsky
her. Er war zu jener Zeit schon in reifen Jahren, ich kannte ihn
oberflächlich und erinnere mich noch seiner heiter-gutmütigen
Augen. Sein Brot verdiente er mit leicht geschriebenen Artikeln
und Berichten, hauptsächlich aber mit der Herstellung von Büchern.
Als Büchersabrikant war er ein Proteus. Bald verbarg er sich
unter drei Sternen, bald erschien er unter dem Namen Wiermann,
bald tauchte er als A. v. Redern und ähnlichen unfaßbaren Gestalten
auf. Aus den dicken Bänden der von Poschinger herausgegebenen
Aktenstücke: „Preußen am Bundestag“ versertigte er
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