Full text : Bismarck´s Glaube.

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die  Liebe  des  hochseligen  Kaisers  Wilhelm  für  diese  Sache
zu  gewinnen.  Er  hat  es  als  seinen  schönsten  Triumph  bezeichnet,
  den  er  noch  haben  würde,  wenn  diese  Sürsorge
für  die  Bedürftigen  noch  unter  seiner  Regierung  zum  übschluß
  kommen  könnte.  Der  jetzt  regierende  Kaiser  hat  es
eine  seiner  ersten  Keußerungen  sein  lassen,  sich  diese  Neigung
  seines  hochseligen  Herrn  Großvaters  unbedingt  anzueignen.
  Wie  sollte  ich  nun  dahin  kommen,  dieses  unter
meiner  Initiative  ins  Leben  gerufene  Werk  dicht  vor  dem
Abschlusse  zu  verleugnen,  ja  sogar  zu  bekämpfen!“  Kein,
es  wird  unsere  erste  Pflicht  sein,  „dem  tiefblickenden  Staatsmann“
  zu  danken  62),  „der  erkannt  hat,  daß  die  christliche
Religion  allein  heil  bringen  kann  der  sozialen  Not,  die
christliche  Religion,  die  ihm  die  Religion  der  tatkräftigen
Liebe,  nicht  der  Worte,  des  herzens  und  Willens,  nicht  der
bloßen  Spekulation  ist“.

Es  stimmt  völlig  überein  mit  der  oft  erwähnten  Rede
des  jungen  DHarlamentariers  über  den  christlichen  Staat,
wenn  wir  in  den  politischen  Grundzügen  des  Gesetzentwurfes
zur  Unfallversicherung  die  wohl  von  Bismarck  verfaßte
Motivierung  lesen  ##):  es  handle  sich  bei  dem  Gesetz  um
die  Pflicht  der  humanität  und  des  Christentums  wie  um
die  der  staatserhaltenden  Politik.  Es  stelle  lediglich  eine
Weiterentwicklung  der  aus  der  christlichen  Gesittung  erwachsenen
  modernen  Staatsidee,  speziell  der  Idee  der
staatlichen  Armenpflege  dar.  Die  Lösung  dieser  neuen  Zufgabe,
  welche  wieder  neue  Zufgaben  erzeugen  werde,  sei
nicht  mehr  hinauszuschieben,  da  sie  nur  die  Erfüllung  der
beim  Soc#zialistengesetz  gegebenen  zusage  bedeute.  Noch