Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Vierter Band. (4)

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Rose,  Unterleibstyphus,  Influenza  und  132019  —  21,2%  auf  die  venerischen  Krankheiten
(Gonorrhöe,  primäre  und  konstitutionelle  Syphilis).

Wegen  Pocken  gingen  den  allgemeinen  Krankenhäusern  in  den  3  Berichtsjahren
176—246—57  Personen  zu;  in  Bestand  waren  7  geblieben.  Da  man  annehmen  kann,
daß  wohl  an  den  meisten  Orten  die  Pockenkranken  behufs  besserer  Isolirung  den  Heilanstalten
  zugewiesen  werden,  so  läßt  sich  bei  dieser  Krankheitsform  aus  der  Anstaltsstatistik
ein  ziemlich  genaues  Bild  von  der  Verbreitung  der  Seuche  in  den  einzelnen  Gebieten
gewinnen.  Verhältnißmäßig  stark  heimgesucht  war  danach  in  jedem  der  3  Jahre  Schlesien
(69,  47,  23  verpflegte  Fälle),  1892  außerdem  noch  Ostpreußen  und  die  Rheinprovinz  (je  25),
Hamburg  (13),  1893  die  Rheinprovinz  (41),  Westpreußen  (26),  Ostpreußen,  Westfalen,
Hessen-Nassau,  das  Königreich  Sachsen,  Reuß  j.  L.,  Bremen  und  Hamburg  (je  zwischen  10
und  20  Fälle).  Es  waren  also  vorwiegend  wie  früher  ein  Theil  der  östlichen  und  westlichen
Grenzgebiete  sowie  die  Nordseehäfen  stark  befallen.  In  den  übrigen  Gebietstheilen  des
Reiches  kamen  nur  vereinzelte  Pockenfälle  zur  Anstaltsbehandlung,  in  Berlin  beispielsweise
im  Ganzen  nur  4;  gänzlich  fehlten  solche  in  Hannover,  Hohenzollern,  Lübeck,  sowie  in
sämmtlichen  Herzog=  und  Fürstenthümern  mit  Ausnahme  von  Braunschweig  und  Reuß  j.  L.
Die  Sterblichkeit  erstreckte  sich  1892  auf  14,0,  1893  auf  13,,  1894  auf  5010%  des  Abgangs.

Scharlacherkrankungen  machten  im  Reiche  45,  in  Preußen  50%  aller  in  Anstalten
behandelten  Krankheitsfälle  aus.  Größere  Abweichungen  von  diesen  Durchschnittsziffern
zeigten  Berlin  (10,v#/%0),  Waldeck  (9,)),  Sachsen-Meiningen  (9,1),  Lübeck  (8,),  Oldenburg  (6,),
das  Königreich  Sachsen  und  Elsaß-Lothringen  (je  6,6),  andererseits  Sachsen-Altenburg  (1//),
Mecklenburg-Strelitz  (17),  Pommern,  Ostpreußen,  Bayern,  Württemberg,  Baden,  Mecklenburg-Schwerin,
  Schwarzburg-Sondershausen  und  Reuß  ä.  L.  (je  zwischen  2  und  3%);  in
Schaumburg-Lippe  kamen  Scharlachkranke  überhaupt  nicht  zur  Aufnahme.  Im  Ganzen
wurden  den  Heilanstalten  3129—4571—4245,  zusammen  11  945  Fälle  zugeführt,  die
meisten  also  im  Jahre  1893.  Bergleichsweise  stark  gegen  die  anderen  Berichtsjahre  war
der  Zugang:  —  «

1892:  im  Königreich  Sachsen,  in  Hessen  und  Mecklenburg-Schwerin.

1893:  in  Berlin,  Westfalen,  den  süddeutschen  Staaten  außer  Hessen  und  den  Reichslanden.


1894:  in  Westpreußen,  der  Rheinprovinz,  Oldenburg,  Braunschweig  und  Bremen,
(vergl.  Tab.  a.)

Es  scheint  hiernach  der  Scharlach  in  diesen  Gebieten  zur  angegebenen  Zeit  in  großer
Verbreitung  und,  wie  die  gegen  die  vorige  Berichtszeit  erhöhte  Sterbeziffer  beweist,  zum
Theil  in  bösartiger  Form  aufgetreten  zu  sein.  Die  Sterblichkeit  betrug  nämlich  126—
18,5—138/6,  im  Durchschnitt  13,0%  des  Abgangs  gegen  9/69%  in  der  Zeit  von  1889  bis  1891.

Auf  Masern  und  Rötheln  (Tab.  b)  entfielen  in  Berlin  6,,  in  Sachsen-Koburg-Gotha
  6,/,  den  Hansestädten  durchschnittlich  6%  0  aller  Anstaltsfälle,  relativ  wenige
(ie  zwischen  1  und  2  %  o)  in  Westpreußen,  Westfalen,  Württemberg,  Hessen,  Mecklenburg-Schwerin,
  Oldenburg,  Braunschweig,  Sachsen-Altenburg,  Schwarzburg-Rudolstadt,  Lippe
und  Hohenzollern  (0,,);  in  den  nicht  genannten  Gebietstheilen  näherte  sich  die  entsprechende
Ziffer  der  des  Reiches  (8,2)  bezw.  Preußens  (3,/).  Den  größten  Zugang  in  der  Berichtszeit
  wies  das  Jahr  1892  auf,  auch  nahmen  in  demselben  die  Krankheitsfälle  häufiger
einen  tödtlichen  Verlauf.  Die  Sterblichkeit  erstreckte  sich  nämlich  1892  auf  9,6,  1898  auf
nur  7/,  1894  auf  68,  durchschnittlich  auf  7,838%  des  Abgangs  gegen  5/,6%  im  vorigen
Berichtszeitraum.  In  den  Großstädten  Berlin  und  Hamburg  starben  im  Gegensatz  zu