l. Im nordischen Krieg im Zwange Schwedene. 27
hinter befindliche freie Gelände, um durch die Niederung des
Scurczabache die Polen in der rechten Flanke zu fassen. Glücklich
führte er diese Bewmegung aus, nahm auch einen verschanzten
Hügel gegenüber jener Senkung, von dem auns seine Geschütze
die Gegend ringsum beberrschten. Mittags befanden sich seine
Truppen in den vorgeschriebenen Stellungen jenseits des Waldes
von Bialolenka. Lebhafter ging es inzwischen im Zentrum und
auf dem rechten Flügel zu, wo das polnische Feuer von den
Schanzen und von dem jenseitigen Weichselufer her den Verbündeten
empfindliche Verluste bereitete. Zwar mißlang der
Versuch der polnischen Reiterei, hinter den Brandenburgern
herum dem König in den Rücken zu kommen. Aber kritisch
wurde die Lage, als ungeheure Reitermassen gegen den der
sesten Stütze entbehrenden linken Flügel des Kurfürsten vorbrachen
und zugleich die Horden der Tataren nach allen Seiten
hin ausschwärmten. Noch freilich erreichten sie ihr Ziel nicht,
aber der König sah, daß der Versuch, demnächst erneut, gelingen
konnte. Dort also drohte die Hauptgefahr, galt es die
Entscheidung. Unerhört kühn war der Plan, den der König
entwarf. Den ganzen rechten Flügel beschloß er hinter der
Stellung des Kurfürsten foxt nach links zu ziehen, so daß dieser
in der neuen Schlachtordnung den rechten Flügel inne hatte
und der anfangs von ihm besetzte Hügel den Stützpunkt der
gesamten Stellung nicht mehr auf dem äußersten linken, sondern
auf dem äußersten rechten Flügel bildete. So kam er
der in der Front unfaßbaren Position der Polen in die rechte
Flanke und konnte sich von dort den Weg in das feste Lager
bahnen.
Daß dieser Flügelwechsel inmitten der Schlacht, ein verwegenes
Stück, das auch ein Virtuose des Kriegee wie Karl
Gustav nur unternehmen konnte bei sonveräner Verachtung der
Gegner und fatalistischem Glauben an sich selbst, glückte, ermöglichte
die Tapferkeit der jungen brandenburgischen Armec,
die inzwischen dem Ansturm der polnischen Uebermacht und den
sie umschwärmenden tatarischen Reiterhorden unerschüttert stand
hielt. Das entschied das Schicksal des Tages, wie der dem
Kurfürsten beigegebene Feldmarschall Wrangel, gerechter als