28 J. Don der Restauration zur Revolution.
daß der preußische Staat, welcher seine Kraft und Größe
lediglich dem Drinzipe der Bewegung und der Intelligenz
verdankt, dieses in die Länge vergessen und dem Drinzipe
des Stillstands und der Reahktionen huldigen sollte.
So wie die Sachen jetzt stehen, muß Dreußens Macht
entweder zunehmen oder durch übermäßige Knustrengung sich
erschöpfen und fallen. Letzteres erlaubt das erwachte Selbstgefühl
des Dolkes nicht, so muß daher das Erste eintreten
und das vollständige Gelingen seiner Dlane wird davon abhängen,
daß es seine Zufgabe nicht in selbstsüchtigem,
sondern in wahrhaft nationalem Sinne zu lösen sucht, und
über dem eigenen Vorteil nicht vergißt, was Deutschland
von ihm zu fordern berechtigt ist. Wenn nicht alle Seichen
trügen, so ist Dreußen auf das Drotektorat über Deutschland
durch dasselbe Derhängnis angewiesen, das ihm einen
Friedrich den Großen gab. hat es aber jenes Siel seiner
Bemühungen und eines gerechten Ehrgeizes erreicht und
dadurch einen Juwachs an Macht erhalten, der seine politische
Existenz und seinen Rang in der großen Staatenfamilie auf
unerschütterlichen Grundlagen feststellt, so löst sich auch der
Gegensatz Dreußens gegen das übrige Deutschland, als des
Bindenden gegen das Serfallende, des Dereinenden gegen
das Kuseinanderstrebende.
22. Brief.
Friedrich an Wilhelm.
Damit wir unsere Seit und Mühe nicht in einem fruchtlosen
Kampfe verlieren, will ich, so gut ich es vermag, den
eigentlichen Standpunkt unter uns genauer festsetzen, die
sodann möglichst unparteiische und gewissenhafte Rechenschaft
darüber ablegen, in welchen Hunkten ich mit deinen An—
sichten mich vereinigen kann, oder inwieweit sie, um die
meinigen zu werden, Modifihationen unterliegen müssen,
und zuletzt eine Anwendung unserer beiderseitigen Grund-