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stande kommen, wenn die Gebärmutter klafft und ihre Wände
schlaff sind. Dann kann entweder durch Pressen von oben,
Niesen, Husten, ungeschickte Vornahme des äußeren Hand—
griffs oder durch Zug von unten, Zerren an der Nabelschnur,
Sturzgeburt die Umstülpung zu stande kommen.
§. 302.
Sogleich auf die Umstülpung pflegt stärkere Blutung
zu folgen. An diese schließen sich bald die Zeichen des
Verfalls an, die Entbundene wird blaß, verliert die Besinnung
und ohne rasche ärztliche Hülfe erfolgt bald der Tod.
Die Hebamme findet in diesen Fällen einen roten
kugligen, blutenden Körper in der Schamspalte oder vor
den äußern Geschlechtsteilen, und wenn sie den Finger an
denselben hinaufführt, so findet sie, daß dieser Körper in
das Scheidengewölbe übergeht. Aeußerlich findet sie die
Gebärmutterkugel nicht, sondern an ihrer Stelle, wenn sie
tief eindrückt, eine trichterförmige Vertiefung. Bisweilen
sittt an der herabgetretenen Gebärmutter auch noch der
Mutterkuchen an. Bis der Anrzt zur Stelle ist, lagere die
Hebamme die Entbundene hoch mit dem Kreuz, verbiete ihr
alles Pressen. Gegen die herabgetretene Gebärmutter drücke
sie Tücher an, die in kaltes Karbolwasser getaucht sind.