Full text: Preussisches Hebammen-Lehrbuch.

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Die Ansteckung mit diesen Keimen geschieht in der Regel 
bei dem innerlichen Untersuchen, und mit Recht hat man in 
neuerer Zeit wieder und wieder verlangt, daß die Hebamme 
die innerlichen Untersuchungen auf das äußerste Maß ein— 
schränke und daß sie jedesmal, wenn sie solche vornehme, die 
äußersten Vorsichtsmaßregeln dabei anwenden solle. 
Wer nicht sehr behutsam mit geschmeidigem Finger und 
mit gekürzten Fingernägeln untersucht, macht jedesmal bei 
der innerlichen Untersuchung kleine Verletzungen an der zarten 
Schleimhaut, besonders wenn der Finger in den Muttermund 
oder in den noch engen Mutterhals eingeführt wird. Haftete 
an dem Finger etwas von den besprochenen Keimen, so ist 
damit die verderbliche Ansteckung geschehen. 
In ähnlicher Weise kann durch Instrumente, die in 
unsauberm Zustande in die Geschlechtsteile eingeführt werden, 
die Ansteckung erfolgen. Sehr oft sind namentlich bei Schei- 
denausspülungen, beim Katheterisieren, beim Klystiersetzen der 
Entbundenen Ansteckungen zugetragen worden und selbst nach 
Beseitigung der schwerer zu reinigenden Gummikatheter und 
biegsamen Ansatzrohre sind solche Ansteckungen nicht immer 
verhütet geblieben. 
Endlich kann aber auch durch mangelnde Reinhaltung 
der Geschlechtsteile der Kreißenden selbst, sowie durch fehlende 
Sauberkeit der von derselben benutzten Wäschestücke, die An- 
steckung hervorgehn. In den Schamhaaren, um den After 
herum finden sich in der Regel bei Gebärenden Stoffe, welche 
verderblich werden können, wenn sie in eine Schleimhaut- 
wunde der Geschlechtsteile gebracht werden. Hätte die Hebamme 
für die Reinigung dieser Teile nicht gründlich gesorgt, so 
würde sie beim Untersuchen mit dem Finger von diesen Stoffen 
in die Geschlechtsteile hineinbringen können. Das Gleiche
	        
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