Full text: Preussisches Hebammen-Lehrbuch.

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Saugen und das Kind ist bei fortgesetztem Bemühen schließ 
lich fast immer dahin zu bringen, daß es durch den Warzen- 
deckel ebenso gut trinkt, wie an der entblößten Warze. 
Ihre Hauptsorge hat aber die Hebamme auf stete 
Reinhaltung der wunden Stelle zu richten. Auch sind 
kalte Aufschläge zur Heilung sehr nüttzlich. 
Pflaster, Salben und irgendwelche Arzneimittel soll 
die Hebamme zur Heilung der wunden Warzen nicht an- 
wenden; das überlasse sie dem Arzte, ebenso auch die Be- 
stimmung, ob das Stillen des Kindes noch weiter fortgesetzt 
werden kann. 
S. 316. 
Milchknoten nennt man angeschwollene Milchkanäle, 
welche nicht genügend entleert sind. 
Dieselben fühlen sich höckerig an. Nach regelmäßigem 
Anlegen des Kindes oder künstlichem Abziehen der Milch 
vergehen sie bald. 
Mit Entzündung der Brust darf die Hebamme dieselben 
nicht verwechseln. Die entzündete Stelle der Brust fühlt 
sich gleichmäßig gespannt an, schmerzt auf Druck und die 
Haut darüber wird bald gerötet, auch stellt sich Fieber ein. 
Entzündete Brüste gehen in der Regel in Eiterung über. 
Die Hebamme kann der Kranken ihre Beschwerden lindern, 
wenn sie auf die entzündeten Stellen warme Ausschläge 
macht. Im übrigen dringe sie auf baldige Hinzuziehung 
eines Arztes, da durch zeitige Eröffnung der Eiterhöhle der 
Verlauf der Erkrankung abgekürzt werden kann. Der Arzt 
wird auch entscheiden, ob dabei das Kind an der Buust 
noch weiter trinken darf.
	        
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