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Saugen und das Kind ist bei fortgesetztem Bemühen schließ
lich fast immer dahin zu bringen, daß es durch den Warzen-
deckel ebenso gut trinkt, wie an der entblößten Warze.
Ihre Hauptsorge hat aber die Hebamme auf stete
Reinhaltung der wunden Stelle zu richten. Auch sind
kalte Aufschläge zur Heilung sehr nüttzlich.
Pflaster, Salben und irgendwelche Arzneimittel soll
die Hebamme zur Heilung der wunden Warzen nicht an-
wenden; das überlasse sie dem Arzte, ebenso auch die Be-
stimmung, ob das Stillen des Kindes noch weiter fortgesetzt
werden kann.
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Milchknoten nennt man angeschwollene Milchkanäle,
welche nicht genügend entleert sind.
Dieselben fühlen sich höckerig an. Nach regelmäßigem
Anlegen des Kindes oder künstlichem Abziehen der Milch
vergehen sie bald.
Mit Entzündung der Brust darf die Hebamme dieselben
nicht verwechseln. Die entzündete Stelle der Brust fühlt
sich gleichmäßig gespannt an, schmerzt auf Druck und die
Haut darüber wird bald gerötet, auch stellt sich Fieber ein.
Entzündete Brüste gehen in der Regel in Eiterung über.
Die Hebamme kann der Kranken ihre Beschwerden lindern,
wenn sie auf die entzündeten Stellen warme Ausschläge
macht. Im übrigen dringe sie auf baldige Hinzuziehung
eines Arztes, da durch zeitige Eröffnung der Eiterhöhle der
Verlauf der Erkrankung abgekürzt werden kann. Der Arzt
wird auch entscheiden, ob dabei das Kind an der Buust
noch weiter trinken darf.