Full text : Das glücklichste jahrhundert bayerischer Geschichte 1806-1906.

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man  nicht  beklagen,  denn  kein  Umbau  konnte  die
kläglichen  Trümmer  einer  von  Anfang  an  ver—
fehlten  Anlage  zu  einem  würdigen  und  wohn—
lichen  Hause  gestalten.  Von  Napoleon  war  das
neue  Königreich  —  gestehen  wir  es  —  zur  Ab—
wehr  deutscher  Erstarkung,  zur  Schwächung  der
Großmächte  Osterreich  und  Preußen  gedacht.  In
München  hatte  man  recht,  sich  auf  die  alte  historische
  Größe  Bayerns  zu  berufen.  Und  jahrelang,
  da  die  weiß-blauen  Grenzpfähle  am  Gardaseee
  und  in  den  Gasteiner  Tauern  standen,  da
Bayern  Tirol,  Salzburg  und  das  Innviertel
wieder  umschloß,  mochte  man  glauben,  daß  der
junge  Staat  zu  seinen  Anfängen  zurückkehren,
daß  er,  wie  im  früheren  Mittelalter,  wieder  den
größten  Teil  des  baiuwarischen  Stammes  in  sich
sammeln  werde.  Doch  der  unselige  Tiroler  Aufstand,
  geweckt  durch  vorzeitige  Durchführung  der
Konskription  und  schonungslose  Verletzung  der
religiösen  Volksgefühle,  führte  dazu,  daß  Bayern
das  Gebirgsland  des  baiuwarischen  Stammes
ohne  viel  Sträuben  preisgab,  und  Tirols  Verlust
  zog  den  Salzburgs  und  des  Innviertels
nach  sich.  Erst  1816  war  diese  Wendung  endgiltig
  entschieden  —  noch  im  Sommer  1816