236 Hochschulen der deutschen Militärverwaltungen.
Zeit der Kriegführung nicht allein immer neue, wertvolle Werkzeuge in
die Hand zu geben vermag, sondern die Kriegsführung solcher technischer
Hilfsmittel dringender wie je bedarf, da ohne sie die nötigen
Massenheere weder mit den nötigen Bedürfnissen verschen, noch mit
Erfolg geleitet werden können. Dic Einrichtung einer selbständigen
militärischen Hochschule für Technik ist deshalb als erforderlich
erachtet worden, weil sich im I.aufe der Zeit eine besondereMilitärtechnik
herausgebildet hat, die zwar mit jener die allgemein wissenschaftlichen
Grundlagen, wie höhere Mathematik, Mechanik, Physik,
Chemie usw. gemeinsam hat, im übrigen aber umfangreiche Sondergebiete
umfaßt, die ein für sich abgegrenztes Studium erfordern, so
z. B. der Bau der Kricgsbrücken, die Ausführung des Kriegseisenbahnbaues,
das Kriegsfeldbahnwesen, das Selbstfahrerwesen, das Beleuchtungs-,
Beobachtungs- und Nachrichtenwesen, die Luftschiffahrt,
die Ballistik und Waffenkonstruktionsiehre, das Befestigungswesen.
Das Bedürfnis nach einer technischen Ausbildung einzelner
Offiziere war schon seit langer Zeit empfunden worden; bereits im
Jahre 1838 war daher zwischen dem Kriegsministerrum und dem
Finanzministerium ein Abkommen getroffen worden, dem zufolge
Artillerieoffiziere an den Vorlesungen der damals noch für sich bestehenden
Gewerbe-Akademic teilnchmen durften, und in den
Jahren 1879, 1895 und 1896 wurde cine ähnliche Bestimmung für
die technische Hochschule in Charlottenburg auf Grund von Verhandlungen
mit dem Kultusministerium zugunsten der Ingenieuroffiziere,
der Offiziere der Fisenbahntruppen und der Infanterieoffiziere
ins Leben gerufen. Nach längeren Verhandlungen zwischen den beteiligten
Faktoren der Heercsleitung und in der gesetzgebenden
Körperschaft wurde die neue Hochschule am 1. Oktober 1903 cröffnet.
Die militärtechnische Akademie ist der königlichen Gceneralinspektion
des Militär-Erzichungs- und Bildungswesens unterstellt, diese
aber verpflichtet, mit der Gcneralinspcktion des Ingenieur- und Pionierkorps
und der Festungen, sowie der Inspektion der Verkehrstruppen, der
Gewehr- und Artillerie-Prüfungskommission und der Feldzeugmeisterei
die nötige Verbindung zu unterhalten, damit der Ausbildungsgang
der Hochschule den Bedürfnissen der diesen Behörden unterstellten
Truppen und Anstalten entspricht.
An der Spitze der Akademie steht cin Direktor (Brigadekonmandcur),
dem für die disziplinarische und wirtschaftliche Leitung
ein Dircktionsmitglied (Stabsofhzier) zur Seitc steht. An Lehrern
sind ctatsmäßige und sonstige Militär- und entsprechend unter-