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dorf bemerkt, daß diese Grundsätze bei den speciellen Vorschlägen
für den Lehrplan nicht zur Geltung gebracht seien; er habe überhaupt
nicht den Eindruck gewinnen können, als ob mit der Behauptung,
das Gymnasium solle den berechtigten Anforderungen
des gegenwärtigen Lebens entgegen kommen, Ernst gbewacht werde;
es scheine vielmehr nur zur Bildung künftiger Philologen bestimmt,
so sehr weise man jede, auch die kleinste Beschränkung des altclassischen
Sprachunterrichtes ab. .
Was die einzelnen Lehrfächer anlangt, so wurde dem Vorschlage
des Referenten, den Religionsunterricht in Ouinta um
eine Stunde zu kürzen, von einer Seite (Dillen burger) widerprochen,
und die Beibehaltung der gegenwärtigen drei Unterrichtssrrache
daselbst empfohlen. Von anderer Seite (Techow) ging
man dagegen noch weiter, und empfahl, nicht bloß in der Quinta,
sondern auch in der Sexta den Religionsunterricht auf zwei wöchentliche
Stunden zu beschränken; dies entspreche ganz seinem Zweck
in den unteren Classen, aas den Coufirmandenunteriicht vorzubereiten.
Dazu reiche die beschränktere Zeit vollkommen aus.
Für das Lateinische, in Bezug auf welches der Referent
die Beibehaltung des gegenwärtigen Zustandes befürwortet hatte,
glaubte Hr. Dillenburger für Ouinta und Sexta zwei Stunden
entbehren zu können, ohne die Erreichung der Classenziele zu gefährden.
Die oberen Classen wünschte er bezüglich der Syntax zu
entlasten, um mehr Spielraum für die Lectüre zu gewinnen; was
gegenwärtig gelesen werde, bemerkte er, genüge nicht, den Schüler
in den Geist des classischen Alterthums einzuführen. In Prima
wünsche er überhaupt keinen grammatischen Unterricht mehr. Dagegen
halte er mit dem Referenten die Uebung des lateinischen
Aufaa 8 und des lateinischen Sprechens sar nutzbringend. Für die
Beibehaltung des lateinischen Aufsatzes sprach man sich auch von
anderer Seite aus (Schrader, Hofmann, Klix, Kruse,
Meffertl Doch wurde vom Dir. Kruse die oft geforderte große
Zahl der lateinischen Aufsätze nicht gebilligt. 6
Hr. Ostendorf sprach dagegen mit Entschiedenheit gegen den
lateinischen Aufsatz. Er führte aus, daß der Aufsatz doch nur als
ein niedergeschriebenes Sprechen betrachtet werden könne; das
Sprechen in einer abzestorbenen Sprache aber ein Anachronismus
sei; woher es dann komme, daß der lateinische Aufsatz nur eine
Phrasensammlung darstelle und an Werth für den Schüler dem
lateinischen Scriptum weit nachgestellt werden müsse. Dem wurde
vom Schul R. Hofmann entgegnet: man sei allgemein darüber
einverstanden, daß der lateinische Unterricht eine möglichst vielseitige
Uebung im Denken sein müsse und daß er seine Aufgabe nicht
erfülle, wenn er nicht die Schüler bis zu einem genauen Verständniß
der alten Autoren fördere; ein solches sei aber ohne Kenntniß