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factisch zu erklären, die Sprache desjenigen Volkes, dessen Genius
von dem unsrigen so durchaus verschieden sei.
Von anderer Seite (Wiese) wurde zugegeben, daß der vorelegte
Plan wohldurchdacht und von seinem Urheber so gerechtfentit
sei, daß jedenfalls ihm selber gestattet werden könne, ihn
auszuführen, um die Probe zu machen. Wer das Französische
enau kenne, werde weit entfernt sein, dieser Sprache die Eigenshaften
abzusprechen, welche für einen grundlegenden grammatischen
Unterricht erforderlich sind. Aber der sprachliche Gescchtspunel sei
nicht der einzige, von wo die Sache betrachtet werde müsse. Wichtiger
sei gerade jetzt der ethische. Der Knabe nehme bei Erlernun
einer fremden Sprache mehr als Wörter und Formen in sich auf
und der eigenthümliche nationale Charakter der französischen Sprache
verleugne sch auch in ihren Elementen nicht. Vielen Eltern würde
es innerlich widerstreben, ihre Söhne so früh und in zahlreichen
Stunden in die moderne franzöfische Anschauungsweise eingeführt
zu sehen; sie würden wünschen, daß dies erst dann geschehe, wenn
der Knabe sich als Deutscher einigermaßen entwickelt und innerlich
befestigt, oder auch an anderen Gegenständen des Unterrichts sich
weiter vorgebildet habe. In dieser Hinsicht habe die lateinische
Sprache, zumal in Vergleichung mit der französischen, unverkennbare
Vorzüge, um als Grundlage des Sprachunterrichts im ersten Jugendalter
benutzt zu werden: für dasselbe sei gerade die ruhige, plastische
Einfachheit ihrer Formen, die durch das Alter eine gewisse Ehrwürdigkeit
hätten, und ebenso der dem alltäglichen Gedankenkreise
fern liegende Inhalt, in hohem Grade geeignet; die lateinischgrammatischen
Uebungen seien zur ersten Anregung und Bildung
des Sprachsinns bei geschickter und pädagogischer Behandlung ein
lange und viel bewährtes, unvergleichliches Mittel; die Gymnasien
werigtene könnten dies mit keinem anderen vertauschen.
In ähnlicher Weise wurde auch anderer Seite hervorgehoben
(Jäger), daß es pädagogisch nicht richtig sei, den Knaben, welcher
bereits eine Elementarschule durchgemacht habe, in eine dem ihn
umgebenden Leben so nahe liegende Gedankenwelt einzuführen, da
es darauf ankomme, ihn von dem Tagesleben der Gegenwart abziehen.
In dieser Beziehung seien auch die in den lateinischen
ocabelbüchern zur Lectüre für die Knaben gewählten Sätze im
allgemeinen gut gewählt und insbesondere sei, wie Hr. Stieve
hinzufügte, die Aufnahme lateinischer Sentenzen in diese Bücher
nur zu billigen. *
Es wurden ferner von anderer Seite (Techow) die als Vorzug
des französischen Sprachunterrichts bezeichneten Uebungen in der
Aussprache als ein Moment bezeichnet, welches wegen der Schwierigkeit,
die diese Uebungen bereiteten, und wegen des Eindruckes der
Willkürlichkeit, den die französische Aussprache durch die vielen