dem in zwei verschiedene Parteien. Nichtsdestoweniger
bliebsieimmernoch eine Einheit, wie ein Baum, derin zwei
Ästesich spaltet; nur beruhte diese Einheitnicht mehr auf
dem Papsttum, sondern auf der Gemeinschaftlichkeit der
Institutionen und der Kultur und auf dem Ineinanderwirken
der romanisch-germanischen Nationen. Das Gebiet
der letzteren erhielt überdies einen gewissen Zus
wachs, insofern die abendländische Kultur einen großen
Einfluß auf Rußland gewann. In neuester Zeit trennt
aber den abendländischen Völkerkomplex auch die Ver:
schiedenheit des Bekenntnisses nicht mehr, und nament:
lich war in Deutschland das Bestreben, den Gegensatz
der Bekenntnisse unwirksamer zu machen, vom glücklichsten
Erfolg gekrönt.
Aus dem anschließenden Gespräch
Urteil über Kurfürst Maximilian I.: Der Hauptgesichtspunkt
dieses Fürsten war ein falscher, ja nicht
einmal ein bayerischer. Seine Mission war nicht, wie er
meinte, den Katholizismus zu verbreiten. Seine Neben:
absicht, die Nebenlinie zu schwächen, war eine höchst
kleinliche. Hätte Maximilian sich mit Friedrich von der
Pfalz vereinigt, so wäre wahrscheinlich das Haus Wittelsbach
groß geworden. Aber er folgte zu sehr den Jesuiten
und hatte den Kopf voll Abenteuerlichkeiten. Was half
es ihm, daß er die Oberpfalz erwarb, die ja ohnehin
schon seinem Hause gehörte? Die Rheinpfalz bekam er
doch nicht. Hätte er sich an Friedrich von der Pfalz angeschlossen,
was er wohl tun konnte, ohne Protestant
zu werden, so wäre Österreich nicht so übermächtig geworden.
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