Volltext : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Vierter Band. (4)

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Gegensatz  dazu  die  Dispensiranstalten  der  Civil-Krankenhäuser  nur  spärlich  vertreten  waren.
Von  den  bayerischen  Regierungs-Bezirken  waren  vorwiegend  Oberbayern  (101)  und  Schwaben
(52)  mit  Hausapotheken  versehen,  Unterfranken  und  die  Pfalz  hingegen  nur  mit  je  1.  Innerhalb
  Preußens  fanden  sich  die  meisten  Hausapotheken  in  den  Regierungs-Bezirken  Breslau
(22),  Düsseldorf  (13),  Stettin  (12),  Koblenz  (11),  Posen,  Oppeln,  Arnsberg  je  (10).

Die  Vertheilung  der  ärztlichen  Hausapotheken  zeigte  je  nach  der  Größe  der  Gemeinden
erhebliche  Unterschiede.  Ungefähr  82  0%  derselben  entfielen  nämlich  auf  kleine  Gemeinden
des  Reichs.  In.  Bayern,  Baden,  Sachsen-Altenburg,  Elsaß-Lothringen,  sowie  in  einigen
anderen  Staaten,  welche  nur  1  oder  2  Hausapotheken  besaßen,  traf  dies  sogar  ausschließlich
zu,  desgleichen  im  Regierungs-Bezirk  Oppeln.  Im  Gegensatz  zu  letzterem  gab  es  im  Regierungs-Bezirke
  Düsseldorf  nur  in  Gemeinden  mit  40000  und  mehr  Einwohnern  ärztliche  Hausapotheken.
  In  ganz  Preußen  aber  gehörten  63  0%  derselben  kleinen  Gemeinden  an.

Unter  den  ärztlichen  Hausapotheken  machten  etwas  weniger  als  den  fünften  Theil  die
homöopathischen  aus,  welche  bis  auf  11,  nämlich  90  von  101,  in  Preußen  lagen.
Von  diesen  90  Hausapotheken  entfielen  nur  11  auf  kleine  Gemeinden,  die  übrigen  auf
größere.  Soweit  ärztliche  Hausapotheken  Gemeinden  mit  mindestens  5000  Einwohnern
angehörten,  waren  sie  durchgängig  homöopathische.  Eine  vergleichsweise  größere  Zahl  von
solchen  besaßen  die  Regierungs-Bezirke  Düsseldorf  (13),  Minden  (8),  Stettin,  Magdeburg
(ie  7),  Schleswig,  Arnsberg,  sowie  Berlin  (je  6).  Es  mangelte  daran  in  den  Regierungs-Bezirken
  Gumbinnen,  Marienwerder,  Köslin,  Stralsund,  Bromberg,  Oppeln,  Stade,  Osnabrück,
  Aurich,  Aachen  und  Sigmaringen.  Außerhalb  Preußens  gab  es  noch  homöopathische
Hausapotheken  in  Bayern,  Württemberg,  Schaumburg-Lippe,  Elsaß-Lothringen  je  1,  Hefsen  3
und  in  Anhalt  4.

Das  Personal  der  Dispensiranstalten  setzte  sich,  soweit  es  pharmazeutisch
vorgebildet  war,  aus  134  Betriebsleitern,  58  approbirten,  15  nicht  approbirten  Gehülfen
und  1  Lehrling  (in  Berlin)  zusammen.  In  den  Dispensiranstalten  einiger  Krankenhäuser
wurde  das  Dispensiren  von  den  Assistenzärzten  besorgt.  In  anderen  Krankenhäusern  wurden
die  Arzneien  schon  angefertigt  aus  einer  Apotheke  bezogen.  In  noch  anderen  Fällen  wurde
aus  einer  Apotheke  ein  Gehülfe  zur  Herstellung  der  Arzneien  auf  einige  Stunden  täglich
in  das  Krankenhaus  entsandt.  Zu  einem  nicht  geringen  Theil  wurde  der  pharmazeutische
Dienst  in  den  Krankenhäusern  selbständig  oder  in  Form  der  Beihilfe  von  weiblichem  Personal,
  in  der  Apothekerkunst  mehr  oder  weniger  bewanderten  Diakonissen  oder  barmherzigen
Schwestern,  versehen.