Zur Geschichte der Volksbildung u. des Unterrichts. 369
Zehnter Abschnitt.
Dar# Geschichte der Volksbildang und des Ansterrichts.
Von Joseph Würdinger.
Quellen und Literatur.
I#n#er en bereits im ersten Tbeile der Bavaria=
angefödrzen Ouellen und Werlen wurren benutzt:
Uefele scripiorum tom. I. — Coelestin Ralls-
bens monssica. — Rled cod. dipiom — Anoreas
Mover, tdesaurus jurls cabonlcl, tom. I. u. II.
— K. A. Schmio, Encvclovärie des gesammten
Unterrichtswesens.— Die Städtechroniken von
Amberg. — CGg. Wagner, Geschichtlicher Ueber-
blick d. Sturienanstalten in Bayern (Regensburger
Gomnastal-Programm 1839). — Dr. J. B. Wanr-
ner, Histortsche Nachrichten über tehb#ischke Un-
terrichtsanstalten in Regensburg (Gewerbsschule-
Programm 1858). — Zerner eine Hanrschrift über
die i. J. 1068 in der Oberpfalz vorgenommene
RKegensdurg, Amberg, Sutzbach, Nabburg 2c. —
A#nselm Rixner, Geschichte der Studienanstalt
Erstes Kayitel.
Von Einführung des Christenthums bis zum Ende des 12. Jahrhunderts.
Wie noch heute in der Benennung des Kreises seine Bildung aus den
Theilen Regensburg und Oberpfalz ausgedrückt ist, so zerfällt auch die Ge-
schichte der geistigen Cultur der Provinz in zwei Hauptgruppen, in die des
Entstehens und Fortbildens in der schon zur Römerzeit blühenden Stadt Re-
gensburg und in die des erst später zur Cultivirung gelangenden Nordwaldes,
der heutigen Oberpfalz.
Als das römische Reich macht= und kraftlos in seinem Innern beim An-
drange der Germanen zerfallen war, wurde unser Kreis eine Zeitlang der
Tummelplatz wild durchstürmender germanischer Völker, die auf den Trüm-
mern des zerstörten Reichs neue Staaten gründeten. Die rauhe Natur der
urkräftigen Eroberer zerstörte die Spuren der Cultur der Römerzeit und
sie würden sich in wilder Kampfgier bald selber einander aufgerieben haben,
hätten sie nicht Elemente mitgebracht und vorgefunden, die geschaffen sind die
Wildheit zu mildern, den Sinn des Menschen vom Irdischen auf das Un-
vergängliche zu leiten, und wie der Familie, so den Staaten Ordnung, Festig-
leit, Dauer zu gewinnen. Diese Elemente aber waren einerseits die Em-
pfänglichkeit der Germanen selbst, andererseits das Christenthum und die gei-
stigen Schätze der römisch-heidnischen Vergangenheit. Sie nicht blos zu schir-
men und zu erhalten, sondern auch auf die zwar rauhen aber unverdorbenen
Gemüther der Völker, zumal der werdenden Generationen so wirksam zu
machen, daß diese veredelt, gebildet, geistig zu den hehren Lehren des Chri-
stenthums hinübergeführt wurden, war ein Werk der Kirche. Wo sie auftrat,
zeigten sich bald die Erfolge ihres Bestrebens, wenn auch Fälle wie die Bil-
dung der gelehrten Tochter des von Regensburg aus herrschenden Bayern-
herzogs Garibald, der Langobardenkönigin Theodolinde (588), die mit dem
großen Papste Gregor I. in Briefwechsel stand, zu den Seltenheiten gehören
mögen.
Bavaria U. 24
Kirchen= u. Schulreforma#ion.