Abriß ber Orttgeschichte. 597
ried, Munechriute), Konrad von Ehrnfels (1256, mit Gütern in Dettenhofen
und Anzenhofen) und viele andere Adelige der Umgegend, wodurch
diese Stiftung bald in großen Flor kam, der durch die Privilegien der Päpste
und der Fürsten aus dem Hause Bayern erhöht wurde. So freite die dasigen
Frauen Ludwig der Bayer (1317, 28. April) von allen weltlichen Gerichten
und bestätigte (1318, 23. Juli) die von seinen Vorfahren verliehenen
Freiheiten. Später (1325, 19. April) verzichtete er auch auf die Vogtei darüber
und erklärte, daß ihm „die Pfenninge und das Geld zu Hilfe und
Steuer“ nur aus gutem Willen gegeben worden seien. Die Herzoge Heinrich
und Otto verliehen (1318, 13. Juli) den Frauen zu Pielenhofen Zoll= und
Mauth-Freiheit für jährlich 2 Salzwagen nach Hall und zurück.“) Pielenhofen
(Portus Marianus, Maria-Gestad) kam zur Reformationszeit unter Administratoren
und wurde 1655 dem Kloster Kaisheim eingeräumt und durch Superioren
regiert. Nach der Klosteraufhebung 1803 wurde es als Centralklo--ster
für die aufgehobenen Karmeliter-Nonnen-Klöster in Neuburg und München
bestimmt und 1838 von den Salesianerinen um 10,000 fl. käuflich erworben.
Ueber das durch Bischof v. Schwähl und Präsident v. Schenk in's
Leben gerufenen Erziehungsinstitut und dessen erfreuliches Wirken vgl. Sulzb.
Kal. a. a. O.
Im Südosten durchzog vor Alters die Handels-Straße von Regensburg
nach Cham über Wenzenbach und Bernhardswald unser Gericht. Zwischen
beiden Orten schlugen König Maximilian und Herzog Albrecht von Bayern
(12. Sept. 1504) am Wenzenberge auf dem Hafenroiter-Felde die Böhmen
unter Jänawitz, welche in der vorhergehenden Nacht dem Michael Zennger
das Schloß Schönberg) abgenommen hatten. Mehr als 1600 derselben
4) Papst Innocenz IV. hatte dem Kloster (1254, 24. Jan.) ein Protektorium gegeben;
weitere Schirmbriese sind von Ludwig dem Brandenburger (1352) und Kaiser
Friedrich III. (1465, 19. Okt.) u. s. w.
*) Das fürstl. Thurn= und Taxis'sche Patrimonial-Gericht Schönberg, wozu das Dorf
Wenzenbach (sonst Menzenbach) und die Höfe Hopfengarten und Hafenroit, dann
mit der Bogtei die Dörfer Tegernheim, Irlbach, Gonnersdorf, Grafenhofen,
Lindhof, Harthof, Birkmühl u. s. w. gehörten, wurde (1848, 19. Dezbr.) dem
Log. Regenstauf einverleibt. Das Schloß Schönberg verpfändeten die Hohenfelser
(1269, 30. Mai) an Regensburg (S. 499). Die bayerischen Herzoge gelangten
später in den Besitz dieser Veste und versetzten sie (vor 1318) dem Albrecht von
Geltolsing Vitztum zu Straubing um 300 Pfd. Pfge. Auf diesen folgten die
Hautzendorfer (1345), Awer (1383), Satelboger (1424 um 1200 fl.), Leubolfinger,
Saller (1433), Haselbecken, der unglückliche Kolberger (1498 u. 1500,
(Graf Wolf von Kolberg zu Neu-Kolberg, vergl. über dies Opfer der launischen
Glücksgöttin Ernest Geiß im Oberbayer. Archiv XI. Bd. S. 187 ff.), Pfalzgraf
Friedrich (1506), Bernhardin v. Stauf (1508, Paumgartner (1513), v. Breitenbach
(1540 mit hoher und niederer Gerichtsbarkeit als Mannlehen). Hievon siel