Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

 

 

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Nummer  260  aeiholh.  2

 

 

osenheimer  Anzeiger

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RNosenheimer  Tagblatt

Amtliches  Bublikallons=  Oraan

Mittwoch,  10.

November  1915

—i-  Probus.  61.  Jahrgang

 

Krusevac  im  Besitz  der  Armee  Gallwitz.
4.500  Serben  gefangen,  10  Geschütze  und  viel  Material  erbentet.

Die  amerikanische  Note  an  England.  —  Lord  Kitcheners  Reise.  —  Russische  Angriffe  bei  Dünaburg  verlustreich  zurückgeschlagen.
B.  jetzt  10  serbische  Festungen  erobert.  —  Der  nnaufhaltsame  Vormarsch  in  Serbien.  —  Die  Balkan-Crpedition  der  Entente.

Die  Reiegslage.

Wiederholk,  weil  nur  in  einem  Teil  der  gestrigen  Auflage.

WIB.  Hrobes  Hauptquartler,  den
Z.  Nov.,  vormittags.  Amtlich.
Westlicher  Kriegsschauplatz.

In  den  Vogesen  schlossen  sich  nordöstlich  von
Celles  an  die  Besetzung  eines  seindlichen  Minenlrichters
  durch  unsere  Truppen  lebhafte  Nahkämpfe
  mit  Handgranaten  und  Minen  an.  Am
Hilsenfirst  wurde  dem  Gegner  ein  vorgeschobenes
  Grabenstück  entrissen.

Leutnant  Immelmann  schoh  gestern  westlich
von  Souain  das  sechsie  seindliche  Flugzeug  ad,
einen  mit  drei  Maschinengewehren  ausgerüsteten
  englischen  Bristoldoppeldecker.

Oestlicher  Kriegsschauplatz#.
Herresarnppe  bes  Peneralfelmarss##as
von  Binbenburg.

Südlich  und  südwestlich  von  Riga.  ferner  west
lich  von  Jakobstadt,  beiderseits  der  Eisenbahn
Mitan  Jakobstadt  und  vor  Dünaburg  griffen
die  Russen  nach  starler  Feuervorbereitung  mit
erheblichen  Krästen  an.  Ihre  Angrisse  sind
leilweise  unter  schweren  Verlusten  für  sie  abgeschlagen.


Nressruppe  bes  Generalkfelömarf#al“

n  H#rnsen  Keopols  von  Bauer.

Keine  wesentlichen  Ereignisse.

Beeresgruppe  des  Generals  von  Tinfngen.

Russische  Angriffe  nordwestlich  von  Czartorijst
  blieben  erfolglos.  Drei  Offiziere  und  271
Mann  jielen  als  Gefangene  in  unsere  Hand.

Galkan-Kriegsschauplatz.

Oesterreichisch  ungarische  Truppen  haben  den
Jwansica  und  Vijennac  (896  Meter!,  7  Kilometer
  nordösllich  davon,  erreicht.  Deutsche  Truppen
  sind  im  Angriff  auf  die  Höhen  südlich
von  Kraljevo.  Zwischen  Kraljevo  und  Krusevac
  ist  die  westliche  Morawa  an  mehreren  Stellen
  überschritten.

Krusevac  wurde  bereits  in  der
Nacht  vom  6.  zum  7.  November
besetzt.  Ueber  3000  Terben  sind
unverwundet  gesangen  genommen,
über  1.500  verwundete  wurden  in
Lazar'tten  gefunden.

Die  Beute  besteht,  soweit  bisher
seststeht,  in  10  Geschützen,  viel
Munition  und  Material,  sowie  erheblichen
  Verpflegungsvorräten.

Im  Tal  der  südlichen  Binacka-Morawa  wurde
Prascove  durchschritten.

Oberste  Heereslestung,,

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Keine  Aenderung  in

der  griechischen  Politik.

 

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Der  amtliche  österreichische  Berich##

WITB.  Wien,  8.  Nov.  Amtlich  wird  gemeldet:


Russischer  Kriegsschauplatz.

Bei  Sapanow  an  der  Ikwa,  am  Korminbach
und  westlich  von  Czartorysk  wurden  russische
Angriffe  abgeschlagen.  Sonst  nichts  Neues.

Italienischer  Kriegsschauplat#.

Die  Ruhe  an  der  Südwestfront  hielt  im  allgemeinen
  auch  gestern  an.  Am  Nordabschnitt
der  Hochfläche  von  Doberdo  hatten  unsere  Truppen
  wieder  einzelne  Vorftöße  des  Feindes  abzuweisen.
  Um  den  Col  di  Lana  wurde  heftig
gekämpft.  Nachmittags  siel  die  Spitze  dieses
Berges  in  die  Hände  der  Italiener;  abends
wurde  sie  von  unseren  Truppen  durch  einen
Gegenangriff  wieder  zurückgewonnen.  Die  feindliche
  Artillerie  hat  das  Feuer  auf  die  Südfront
von  Riva  eröffnet.  .  .A

S#ü#esstlicher  Kriegss###upl###.

Die  beiderselts  des  Moravicatales  vordringenden

  österreichisch-ungarischen  Kolonnen  warfen

  den  Feind  aus  seinen  Höhenstellungen  nördlich
  von  Iwansica.

Die  deutschen  Truppen  des  Generals  der
Infsanterie  v.  Kocreß  kämpfen  auf  den  Höhen
südlich  von  Kraliero.  Flußabwärts  bei  Trite—
nik  haben  sich  unsere  Streitkräfte  den  Uebergang
über  die  hochgehende  Morawa  erlämoft.

Krusevac  und  die  Höhen  östlich  davon  sind
in  der  Hand  des  Generals  v.  Gallwig.

Die  bulgarische  Armee  gewinnt  im  erfolgreichen
  Fortschreiten  die  Ausgänge  in  das  Becken
von  Leskovac.

Der  Stellv.  des  Chefs  des  Generalstabs:

don  Höfer,  Feldmarschall-Leutnant.
n  n  n  v
Keine  #nderung  in  der  grlechlschen  Politix.

Athen.  8.  November.  Agence  Havalb.  Gut
unterrichiete  Krei#c  verlichern.  das  das
Kabinett  skuludts  die  Polulk  des  vorbergegangenen
  befolgen  wird.  Es  In  noch  undestimmt,
  od  das  Kabinett  u#ch  der  Kammer
  vor#tellen  oder  od  dte  Kammer  aufgelost
  werden  wird.

 

 

Die  amerikanische  Nole  an
England.

London,  8.  Nov.  Das  Reuterbureau  rerbreitet
  folgende  ausfuhrliche  Meldung  über  die
amerikanische  Note  an  England:  Die  Note  erklärt,
  die  Behauptung  Englands,  es  bestehe
Gefahr,  daß  einige  für  militärische  Zwecke
krauchbare  Waren  aus  neutralen  Ländern  zum
Feind  gelangen  konnen,  konne  nicht  als  geeignete
  geferliche  Grundlage  für  Gegenmaßregeln
betrachtet  werden,  da  fie  zu  viel  Gelegenheit
zu  Mißbräuchen  der  Kriegfulrenden  gebe.  Beie
der  Anlegung  eines  folchen  Maßftabes  könnten
die  Kriegführenden  das  Recht  der  Neutralen
auf  freie  See  ganz  binfallig  machen.  Die  Vereinigten
  Staaten  könnten  sich  mit  den  Bestimmungen
  nicht  zufrieden  geben  und  verlangten
das  Recht,  alle  Cuter,  die  neutrale  Länder  benöotigten,
  zu  verkaufen.  Wenn  Guter,  die  bedingte
  Bannware  find.  über  ein  neutrales  Land
nach  einem  kriegjuhrenden  Land  beitimmt  seien,
so  sei  diese  Tatsache  allein  nicht  ausreichend,
um  die  Beschlagnahme  zu  reck'lfertigen.  Die  Vereinigten
  Staaten  müßten  deshalb  gegen  die  Beschlagnahme
  von  Schiffen  auf  den  bloßen  Verdacht
  hin  Beschwerde  erheben.  Die  Note  wirft
ferner  die  Frage  auf.  ob  die  Vlodladc  effektiosei.
  Es  wird  auf  die  bekannte  Tatsache  bingewiesen,
  daß  die  deutschen  Hasen  für  den  Verlehr
  mit  Skandinavien  offen  #ehen.  Die  Note
erllärt  serner,  daß  es  keinen  genauer  umschriebenen
  Erundsaß  des  LVolkerrechtes  gebe,  als
den,  der  die  Blockade  neutraler  Häsen  in  Kriegszeilen
  verbietel.  Dann  mird  in  der  Note  auseinandergesenzn,
  daß  die  Prisengerichte  für  den
Schaden,  der  den  amerikanischen  Kaufleuten  zugejügt
  wird,  keine  genugende  Vergmung  zuerkennen.
  Die  Regierung  der  Vereinigten  Staaten
macht  die  englische  Regierung  mit  größtem
Nachdruck  darauf  aufmerksam,  daß  sie  darauf
bestehen  muß.  daß  die  Beziehungen  zwischen  den
des  internationalen  Verkehrs  geordnet  werden.
Die  Vereinigten  Staalen  nehmen  ohne  Zögern
leiden  Regierungen  nicht  durch  Zweckmäßigkeitsgrunde,
  sondern  durch  die  bestchenden  Regeln
die  Aufgabe  auf  sich,  fur  die  Unverleglichkeit.
der  Rechte  der  Nemralen  gegen  Ungesetzlichkeiten
der  Kriegfüuhrenden  einzutreten,  die  durch  den
großen  Kampf,.  der  die  Länder  Europas  verulet,
  erbittert  sind.  (3.—Duas  llingt  recht
besltimmt  und  energisch.  Es  bleibt  indesien  immer
  noch  abzuwarten,  ob  nicht  dieser  gedrängte
Audszug  aus  der  Nole  den  Ton  verschärft  und
ob  nicht  die  Note  im  ganzen  eima  erbeblich  milder
  gesummt  ist,  als  es  hiernach  scheint.

—ol

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