sowohl von den liberalen Parteien als auch von den gemäßigt-konservativen
scharf kritisiert, auch wird sie die allgemeine Volksstimmung. «ie Spanien an
die Seite der Vrerhündeten zieht, nicht verändern.
(gez) Solowjew.
Geheimtelegramm des Geschäftsträgers in Madrid.
18. April/1. Mai 1917. Nr. 95.
Die heutige Feier des 1. Mai war besonders eindrucksvoll. Vom Morgen
an stand der Verkehr im Zentrum der Stadt still. Durch die Haupustraßen bewegte
sich eine Prozession von 100 Arbeiterorganisationen mit roten mit Krepp
uniwickelten Fahnen. Viele Zehntausende nahmen an ihr teil.
(gez.) Solowjew.
Geheimtelegramm des Geschäftsträgers in Madrid.
21. April/4. Mai 1917. Nr. 98.
Die Lage ist hier beunruhigend. Unerwartet für Spanien, «das bis jetzt
seinen Separatinteressen lebte, ist bei der neuen Phase (des Krieges (lie Ärßere
Politik gebieterisch in sein inneres Leben eingedrungen. von ihr hängt sogar das
Schicksal der Dynastie ab. Das Auftreten der südamerikanischen Republiken,
deren Kulturzuramıenhang mit Spanien bier geschätzt wird, unterstreicht den
Kleinmut der gegenwärtigen Regierung noch mehr. Der zähe Wunsch des
Königs, unter allen Umständen die Neutralität zu bewahren, was früher nut «lem
Wunsch, nach Beendigung des Krieges die Hauptvermittlerrolle zn spielen,
erklärt wurde. wird jetzt in liberalen Kreisen Spaniens als Germänoplilie bezeichnet
und durch die Beeintlussung des Königs durch seine Mutter und die zu
Deutschland hinneigenden Hofleute erklärt. Der König wird bald vor der Entscheidung
stehen, sich entweder dem mächtigen Wunsche des Volkes zu fügen,
indem er das Schicksal seines Landes mit den Verbündeten verkettet, vder
durch seine Ergebenheit Deutschland regenüber den Thron zu riskieren, bs
steht zu hoffen, daß er den ersten Weg beschreiten wird.
(gez.) Solowjew.
Geheimtelegramm des Geschäftsträgers in Marlrid.
15.128. Mai 1917. Nr. 137.
Ich berufe mich auf meine Nr. 98.
Gestern fand in der Madrider Stiergefechtsarena ein großartiges Meeting
der spanischen Progressisten statt. Die Arena war mit roten und französischen
Fahnen und Plakaten, welche die Namen der von den Deutschen versenkten
spanischen Schiffe entbielten, ausgestattet. Reden hielten Leroux, Melkiadez-Alvares
uud andere republikanische Führer. Einstimmig warfen die Redner