Rosenheimer Anzeiger
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Nummer 183 — —
Nosenheimer Tagblatt
Amlliches Publikalions-Organ
Samstag, 11.
August 1917
Protestantisch: Hermann 63. Jahrgang
Eine freche Verletzung der schwedischen Neutralität durch England:
Ueber fall eines englischen U-Booles auf einen deutschen Dampler.
Neue englische Anftürme in Flaudern. — Jai# Artois dichte englische Massen zurückgeschlagen. — Der Uebergang über
die Susita von der Heeresgruppe Micke #sen erzwungen — NRäumung der Moldau — Deutscher Protest gegen russtsche
Greuelhetze. — Beginn ##iner ##u. u rtaltentschen Offensive? — Die Engländer Herren in Raßland.
Die Kämpfe hei Cjzernowiln nad Foclank.
Die Helegslage.
CTagesbericht.
Großes Hauptquartier,
Augu.
Westlicher Kriegsschanpleg.
Front des
Kronprinzen Rupprecht v. Vayern.
Jn Flandein ichwant: die: Kampstatigkeit der
Au- illerien bei wechselnder Sich! in il#rer Starte.
Sie nahm abends allgemein zu. hielt wahrend
der Nacht an und ileigerie sich heute in den sunke
sien Motg: nunden zwischen Dser und Lys u
nätlilum Trommessener.
In breiten Abschnitten öftlich und iudostlich
von Mpen haten darauf ilarle seindlicher An
Rilie eing:sel k.
Jm Arte is war der Areillerirkampf leider
seill von Leux und sudlich der Scarpe sehr leb
haft. Abende giisien die Engländer vom Wege
Mond. Vluots li. zur Straß: Arras Cambrai
in dichten Massen an. Unser Vernichiun#seuer
#en verbeerend in ihre Bereititellungstäume.
v rbrechenden Stu mu llen erl tnin Ab
u an iseuen und im Nahtamff mit unseren lanbif
leu äh ten Regimentern schwerite Lerluite und
wutden ulerall zur. ckewi- sen.
No dit von —St Quentin ennmissen brande?
lmgische BVataillene den Fran#osen einige Gru-.
leumien in 1200 Meter Breite. (begenangriffe
des Feindes scheiterten. lleb#er 150 Gesangene
llillen in unseier Hand.
Kront Deurscher Kronprlna.
Zwischen Soissono und Reims und in der
Welchampagne und auf beiden Mans Usern
„ treitte das Feuer zeilmel! g erhebliche Stärte.
Eine frantosische Erlundungsabteilung. die an
ker Sraf: Laon Sousons in unsere Graben ein
drang. wurde durch Gegnnaß vertrieben. Oeit
lich der Wiais brachen badiĩche Sturmiruppen
in die frantösise Stellunn nordlich Vacherau
ue ein und sühten ene Anzall Gesanyeuer
zm ül.
WITB.
10.
den
Die Fliegert ötiakeit
Lentnaut (Sontermann schon drei
Feiselballene ab.
Oestlicher Kriegsschauplot
Front des Generalseldmarschalls
rinz Leopold von Bayern.
Auillebende Gefechtsläligieit bri Dünaburg,
südlich von Smorgon und bei Brody. Hier brach
te ein Unternelmen deutscher und oflerreichx un
garischer Truppen über 200 Gefangene ein.
Front des Genexal bersten
Erzberzogs Joseph.
Südöfl.ich von d#ernsch wird harlnäig ge.
lämpft. Unsere Trupren drangen an mehreren
Puniten in die Grenzstellung der Russen ein.
Auch in der Sereth Riederung und an der Salka
wurden nach Abwelhr feindlicher Gegenitöße Vor
teile er#ielt. Zuischen Trot##s und Putna unb
men dit verbündeten Truppen motz des Wider
standes der Russen mehrere Höhenttellungen im
Stumm. In den letzten beiden Tagen wurden im
Ort:b M#schnit# über 1400 Gefangen 9 macht
und o Maschineng?wel re erbeutet.
Front des stalielbmarschall
adrense
den Zeiten der renr n Focsani Adindi-#
rbun deutsche Divisionen in brei.er Front
den Uebergang über die Susita erzwungen. In
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drbitierien Gegenlssen suchte dir iHerner unter
Einsatz tarler Massen unser 1# F#eln ziu u hem
men. Alle seine g'gen Front und Flanie gefunr
ien (Prgenan risse scheiterten unter den ichweriten
Nerlunen.
Per Vert der U-Book-Beuel
Taglih meld.! uns der annliche Vericht die
neuen U Vrt Erfolge. Mein jfind er uher
20½.0 Vrutloregistertamen, die an cinem Ta
g# in die Tiefe gischjüt warden. Wir finden dar
unter Dampfer aller Gröhen, von 3,. aodoer
5005 Tonnen, auch gro#e Dampfer mit 10
und 12 00u10 Tonnen gehören zu den Beuteit###en.
Di wenigsten machen sid einen Begrif von dem
Umsang und dem Wert der Ladung dieser
Dampfser, Li mit dem Schif, veiniht#et wird.
An einigen Bei pielen sei dies näher veranschau
licht. T.
Die verienlten Ladungen werden ite.s ia Ge
wichtstonnen angegeben; eine Gewichtstonne
sind 20 Jentner oder 1000 Kg. Jüng# lam die
Meldung, das, ein Dampfer mit 5000 Tonnen
5 Millidnen Kilegramm! Juder versenlt mur!
Da die Bevöllkerung im Durch' cnitt auf der
Nomn 700 Gr. Zuker im Monat erhält, zönn
te man mit der vorflehend gemeldeten Zucker
menge eine Stadt von 556 000 Eino ohn: i
Münchem über ein Jahr lang mit Zu ter ver
sorgen.
Eisenbahnwagen haben im ailg?meinen eine
Tragfali. teit von 15 Tonnen. Wenn also an
einem Tag: 10060 Tonnen Lad#n! versenlt.
sind, dann müs te man, um diese Menge iu be
jördein, 667 Güterwag'n zu je 16 Ienn n h
ber
v. wöchenttich: Brotrat on beträgt pro Korf
der Bevöllerung 1000 Gramm, wozu ungefähr
1300 Gramm GCetreide erforderlich ind. Wenn
alio
di. See versinken, dann hätte diese Menge hinan
einem Tag: 10½0 Tonnen Getreide in
gereiht, um eine Stadt von 101000 Einwoh
nern 539 Tage mit Broi zu versorgen.
Nach Einfuhrung der Kohlenkarte erhäft ein
Hausbait mit zwei beizbaren Zimmern, einichl.
Kuche, zunäd fl 10 Zentner Kohlen. Wenn also
ein ODampfer mit 50.,.,0 Tonnen 100 000 Zeml.-ner:
Kohlen versent im. haite man mit dieser
Kohlenmenge 10½u 0 Haus ehallun gen dieĩer Grö
fur einig: Wi iermonate mit Kohten versehen
konnen.
Ein Segelich if m 10600 Fal- zu je 100 Li
ler Peiroleum wurde imstande gewesen sein. eine
Stadt von 10100.) Cinwohnern 10.) Tag: min
Peiroleum zu vorsorg: #n. wenn man den Wir
terverbrauch fur vier Personen mit ungefähr 2
Litern pro Monat in Anschlag bringen wurde.
Wenn mit einem Dampfer 50110 Tonnen Ge
sriersseisch versunlen sind, dann lönnte man,
wenn man den früheren u. demnächst wirder in
Geltung tretenden Verpflegungssatz pro Kopf
der Bevölkerung mit 250 Gramm wochentlick in
Anschlag bringt, eine Sladt von 107000 Ein
wohnern 1400 Tage mitl Fleisch verforgin.
ri'
bie hachseeflolke im 3. Kiiegesehre.
Hatien dir Ereignisse zur Sce des Jahres
1916 in der Schlackt am Sklagerrak ihren Ho
hepunlt gefunden, so jteht die Seekriegführung
des hinter uns liegenden Kriegsjahres durchaus
unter dem Jeichen des nneingeschräulten 1 auch
brotkrieges, der, je mehr er wirkt, sich als eine
immer schärsere Wasse gegen die Lebenenerven
unserer Gegner erweist und nicht nur unsere ge
gen große Uebermacht lämpsenden Landfromen
entlastet, sondern auch zur sck nelleren Beendihung
des ungeheuren Weltringens beiträgt.
Nachdem i. Resadigungen aus der Slagerralschlall!
in lutzeiter ent behoben waren, nehr
heule, hach Ablauf des 3. Kiiegejahres die deut:
sche Hock seeflolle unversehrt da. Demgegenuber
haben die Gegner Kri: gsschiffsverlune von insgeiam
eiwa Z50 Tonnen erlinlen. wohingegen
die Einbuhen unseres *d* fio matetials an
ilcinen Ei eheite mals verschwindend getinafügig
anzuschen Kem einig: großeres Schiff
hal ki: deutsche Marine im letten Kriegqsjahr
vetloren, dag##gen die Gegner eine Anzgahl von
Linienschissen und Pamzerireuzern.
Dadrurch, dai di deutscte Hochicefloe in ih
rer surchtbaren Stlarte die Mcht an der deut.
schen Nordfreut hall. find umere Kuiten von jedem
Angriff der jeindlichen Seemackie ver
schant geb. u. Im Velauf des dreijahrigen
Weltkziges ist noch le u# einzige feindliche (Hra.
nate au dentichen Grund und Boden von See
aur # fallen, mahrend feindliche Sladie und Ku
ltenbefenigungen haufi a lchnd«-«,isldcutsckyr
vge n utze waten. Die kampfbereite deuische
Hochoeeflot sichert mit dem Fernhalten der
Gegnet ven unseren Kunen den ungehinderten
Ausbau unserer Kriig: und Dandel- flotie und
ist ein wichligs Mackem. itel auf wirtschaftlichem
und politlichem Cabmie, iudem iie die Sceherrschaft
in der Ösise# unt arichran gufrecht
ethäit. Konme r' znd in der Ouice frei schall
en und walten. c halte weifellos schon die
nordischen - nach dem Vorbi#de Griechenlands
und Portungals auf seine Seile qezwungen.
Uuiere Hochscereiaste ermoglichen vor allen
Dingen in rerhaup: die Fahrung des U Boort.
Kiilges- Olur ir Dasen und ilre volle Bewe
aungefteibeein würde er zieltewus'ten Gegnern gelingen,
die 11 Brot Stunpumte mu ibren Werften
und dir zuusahrrn ostraß 'n zu bedrohen und so
die Fuhrung des tI Vool Krieges zu bemmen
oder unmog.i.h zu machen.
Wir konnen mit der berechtigt u Heffnung in
dar neue Kriegsjähr eintreien. daß die Hochsceslette
di: Sinupumie unserer U Boote auch fernerli:
beschunen u. den Feind von unseren Kuiien
sernhaiten wird, und daß uniere 11. Boote ihrer
über jedes Lob erhabenen Taukeit neue Ersolge
hin#zufugen werden. die auch unseren erbitteristen
46-gnern dahin bringen werden, daß er
zum Itieden leieit sein muß.
rln
Aseneines ren 4 ules.
Graf Czernin in Verlin.
Den öfterr. ung. Minister des Aeuf'ern Graf
Ciernin wird sich nächite Woche nach Ber.in be.
geben. um dem Reichskanzler Dr. Micheelis sei
nen Ge geubeĩuch abzustatten und mit ihm verschudene
Fügen der äuferen Pol tik zu bespre
chen. Wie verlautel, werden bei diesem Anla
auch Angelegenheiten zur Erörterung gelangen,
die mit den gemeinsamen O perationen ker verbündeten
Aumeen zusammenhangen.
Deutscher Protest gegen russische
Greuelheße.
Die deutsche Regierund hat durch nermittlung
der schwedischen * sandtschaft in Petersburg bei
der ruf'iischen Reneru gegen die neuerdinge
in den russischen Zeilungen mil besonderer r*s
liqleil betriebene Vexbreitung unwahrer Beichte
uber die angeb. i4 unnenschliche Behand -