Full text: Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1807. (2)

1013 
* 
2. Bei diesen Requisitionen sind die Vor- 
schriften der Verordnung vom 17. November 
1804, welche von Seiner königlichen Ma- 
jestaͤt als allgemein verbindliche Norm fuͤr die 
ganze Provinz Tirol erklaͤrt worden ist, genau 
zu erfüllen; insbesondere werden folgende Be- 
lege erfodert: 
a. Der 4lteste der gegenwärtig belehnten 
Familie ertheilte, und der lezte Lehenbrief 
in Original. » 
b. Ein die lehenbare Realitaͤt enthaltender 
legaler Auszug aus dem Rustikal-Steuer- 
Kataster nach dessen sä4mtlichen Ru- 
briken, oder in Rücksiche der adelssteuer- 
mäßigen Giebigkeiten ein eben solcher Aus- 
zug aus dem Adelssummarium. Von Bei- 
bringung dieser Auszüge sind nur jene Va- 
sallen enthoben, welche einen solchen im 
Laufe des Jahres 1gos und 1306 schon 
einmal vorgelegt, und solchen vom Lehen- 
hofe niche wieder zurückerhalten haben. 
Den abgefoderten Auszügen ist die aͤchte 
Angabe des wahren Werthes aller Lehen- 
stücke, dann der seit der lezten Investitur 
auf eine rechtmäßige Art vorgegangenen 
Aenderungen sowohl an den Lehenstücken, 
als an den Angränzern beizufügen, und 
durch obrigkeitliche Protokolle, oder Zeug- 
nisse zu bestätigen. 
Die deurliche Benennung aller kehens- 
Konsorten, welche durch einen mit legali- 
sirten Tauf= und Todtenscheinen belegten, 
oder obrigkeitlich bestätigten Stammbaum 
anschaulich zu machen, und durch Angabe 
aller seit der lezten Belehnung unter den 
P 
  
1014 
Konsorten statt gefundenen Veraͤnderun- 
gen zu erlaͤutern ist. 
d. Eine Vollmache zur Lehen-MRequisition 
von Seite der mitzubelehnenden Agnaten 
und Kognaten der sämrlichen Lehen, Au- 
wärter, und wenn einige darunter unmün- 
dig wären, von Seite ihrer Vormünder. 
e. Die lezten Tarzettel, oder tarämelichen 
Quterungen in Original. 
3. Da die Verfügungen c. und d. blos 
allein zum Zwecke ha en, die nöthige Ordnung 
im Lehenwesen, welche bis daher an einigen, 
mit dem Tirolischen Lehenhofe nunmehr ver- 
einigten Curien zum unersezlichen Nachtheile 
der Vasallen, und der mitbelehnten Anwärter 
vernachldßiget wurde, wieder herzustellen, und 
eines jeden Rechte sicher zu stellen, so erwarter 
das königliche Gubernium, daß alle Vasallen 
diese wohlmeinende Absiche dankbar erkennen, 
und derselben durch pünktliche Befolgung der so 
eben vorgeschriebenen Punkte um so zuverlässi- 
ger entsprechen werden, als man nicht allein die 
abgehenden Belege der Requisttionen durch die 
einschlägigen Obrigkeiten auf Kosten der Säu- 
migen herstellen lassen, sondern auf diejenigen, 
welche auf die nunmehr an sie ergehende Auf- 
foderung ihre jezige, oder eventuelle Ansprüche 
darzuthun, und sich zur Miebelehnung miteelst 
der oben Lir. d. abgeheischten Vollmachten zu 
melden unterlassen sollten, an diesem Lehenhofe 
künftig durchaus kelne Rücksicht mehr nehmen 
wird, indem als förmliches Gesez vorgeschrie- 
ben ist, daß hinfür nur diejenigen zur Lehens- 
folge zugelassen werden sollen, welche ausdrück- 
lich, oder unter der Benennung ihrer Vor-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.