thumbs : Blätter für Rechtsanwendung. XLVIII. Band. (48)

Entscheidungen  des-OL##G.  München.  407

zausschusses  der  Kammer:  der  Reichsräthe  vom  Jahre
1871|T2,  (Abth.  I.  S.  13  und  Abth.  II  S  3  und
A.  „Bei  diesen  wurde  hervorgehoben,  daßes  keinen
Unterschied.  mache,  #  ob  die  Verfolgung  oder.  Verurtheilung
  aus  einem  die  Schuldfrage  nicht  berührenden,
  oder  aus  einem  jedes  Verschulden  ausschließenden
  Grunde  nicht  stattfinden  könne,  und  dem  wurde
won  keiner  Seite.,  auch  nicht,  bei  den  späteren  Verhandlungen
  des  Gesetzgebungsausschusses  der  Kammer
  der  Abgeordneten,  mit  Widerspruch  begegnet."
„Der  ieben.  erwähnte!  Grundsatz  hat=  auch  in  der
Reäuprechon  des  bayerischen  obersten.  Cerichtshofes
  Anerkennung  gefunden.
“.  Hlernach  besteht  die-  Voraussetzung  der  im  Artitel
  18  Abs,  3  dem  Richter  ertheilte  Berechtigung
An.,  Bezug  auf  §1367  Nr.  15  des  R.-St.-G.-B.
und  Art.  105.  Abs.  4  des  Pol.=  St.-G.-  B.  lediglich
darin,  daß  ein  baulicher  Zustand  geschoffen.  wurde,
der  insofern  ein  ordnungswidriger  ist,  als  bei.  Ausführungeines
  Baues  oder  einer  Ausbesserung,  wozu
  poligelliche.  Genehmigung  erfordert,  wird,  die  Erhdlung
  dieser  Bewilligung  unterlassen,  oder  /von  dem
durch  die  Behörde  genehmigten  Bauplane  eigenmächtig
  abgewichen  wurde,  und  daß  hierwegen  eine
bestimmte  Person  nicht  verfolgt  oder  doch  nicht  bestraft
  werden  kann.  „abei  ist  es  gleichgiltig,  wer
das  Bauwerk  besitzt,  bezüglich  dessen  der  Antrag  vorliegt,
  auf.  Grund  des  Art.  18  Abs.  2  selbstständig
qusgusprechen,  daß  die  Polizeibehörde  berechtigt  set,
die  im:  Art:  105  Abs.  1  des  Pol.-St.-G.-B.  vorgesehenen
  Verfügungen  zu  erlassen,  und  ob  der  zeitige
  Besitzer  wegen  Herbeiführung  des  ordnungswidrigen
  baulichen  Zustandes  überhaupt  strafrechtlich
verantwortlich  gemacht  werden  kann  oder  nicht.  —
Ob  in  einem  einzelnen  Falle  von  der  im  Art.  18
Abs.  2  des  Pol.-Str.-G.-B.  dem  Gerichte  eingeräumten
  Befugniß  Gebrauch  zu  machen  ist,  hat