Full text : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1808. (3)

146  1879.

VII  Die  Bestellung  der  Postsendungen  an  Militärpersonen,  sowie  an  Zöglinge
von  Erziehungsanstalten,  Pensionaten  2c.  erfolgt  auf  Grund  der  mit  den  Militärbe.
hörden  bz.  den  Vorstehern  der  Erziehungsanstalten  getroffenen  besonderen  Abkommen
an  die  von  den  Militärbehörden  bz.  den  Anstaltsvorslehern  beauftragten  Personen.

IX  Die  an  Kranke  in  öffentlichen  Krankenanstalten  gerichteten  Postsendungen
dürfen  an  den  Vorstand  der  Krankenanstalt  behändigt  werden,  sofern  dem  Brief,
träger  oder  Boten  der  Zutritt  zu  dem  Kranken  nicht  gestattet  wird.

X  Zn  Betreff  der  Behändigung  von  Sendungen  durch  Eilboten  gelten  dieselben
  Bestimmungen,  welche  bezüglich  der  im  gewöhnlichen  Wege  zur  Bestellung
gelangenden  Sendungen  maßgebend  sind.

8.  35.
Bestellung  der  Schrelben  mit  Bebäudigungeschein.

Auf  die  Bestellung  von  außergerichtlichen  Schreiben  mit  Behändigungsschein
  sinden  folgende  Bestimmungen  Anwendung:

I)  Die  Behändigungen  sollen  in  der  Behausung  derjenigen  Personen,  an
welche  sie  zu  bewirken  sind,  und  bei  Handelsleuten  in  ihren  Läden  und
Schreibstuben  geschehen.

2)  Die  Behändigung  muß  an  den,  auf  dem  Schreiben  benannten  Empfänger
ouder  an  dessen  Bevollmächtigten  ersolgen.  Wird  der  bezeichnete  Empfänger
oder  dessen  Bevollmächligter  nicht  bersönlich  angetroffen,  so  sind  gewöhn.
liche  Schreiben  mit  Behändigungsschein

u)  einem  erwachsenen  Familiengliede  des  Empsängers  bz.  des  Bevollmächtigten
  desselben,

b)  in  Ermangelung  eines  solchen  Familiengliedes  einem  Dienstboten
des  Empfängers,

e)  wenn  es  an  dergleichen  Personen  fehlt,  und  das  Schreiben  an  einen
Haus,  oder  Grundeigenthümer  gerichtet  ist,  dem  Verwalter  oder  dem
Pächter  des  Empfängers,  endlich

d)  in  Ermangelung  aller  dieser  Personen

dem  Hauswirth
zu  behändigen.  Die  Zustellung  darf  nicht  an  unerwachsene  Kinder,  an
Miether  oder  an  Fremde  geschehen.  Denjenigen  Personen,  an  welche
statt  des  Empfängers  behändigt  wird,  ist  zu  empfehlen,  das  Schreiben
dem  Empfänger  ungesäumt  zuzustellen.