70 Vorschläge zur Ernährung des deutschen Volles in Krieg und Frieden.
XIl.
Der Obstbau im Kleingartenbetrieb.
Von Georg Benack.
Der Anbau aller Obstarten ist abhängig von Klima,
Lage und Boden des Kulturgebietes.
Die klimatischen Einwirkungen sind zu berücksichtigen in
bezug auf Wärme= und Kälteunterschiede sowie Niederschlagsmengen,
die in ihrer Zusammenwirkung die Anbaumöglichkeit
eines Landes bestimmen. In Deutschland ist die Temperaturverteilung
im allgemeinen derart, daß sie fast überall Obstbau
gestattet, natürlich unter entsprechender Auswahl der Arten
und Sorten. Ausgenommen sind einige kleine Gebiete, die
dem sogenannten „örtlichen Klima“ unterliegen: Frostlagen,
welche den Anbau verbieten. Stellen, die erfahrungsgemäß
alljährlich von Frühjahrsfrösten während der Obstblüte heimgesucht
werden, sind auszunehmen.
Was die Niederschlagsmengen, also die Verforgung des.
Bodens mit natürlicher Feuchtigkeit anbelangt, so bietet Deutschland
ebenfalls günstige Verhältnisse. Im übrigen hat es der
Kleingartenbesitzer jederzeit in der Hand, die nötige Wasserzufuhr
auf billige Weise durch künstliche Bewässerung zu
bewerkstelligen.
Für die örtliche Lage kommen besonders folgende Gesichtspunkte
in Frage: Hügeliges, welliges Gelände ist allenthalben
günstig. Ausgesprochene Höhenlagen sind in der
Regel kalt und feucht, sie können als „rauhe Lagen“ bezeichnet.
werden und sind nur für harte, widerstandsfähige Sorten
geeignet. Ebene Lagen gestatten fast ausnahmslos den Obstanbau,
vor allem, wenn durch Wälder, Hügel, Häuser, Wände
oder mäßige Bodenwellen günstigere Bodenbedingungen für
die Pflanze gegeben sind.
Nach Norden und Osten geschützte, breite Flußtäler
sowie südliche, windgeschützte, mäßige Höhenlagen dürften er-