46 10. Handelsbeziehungen zu den Vereinigten Staaten.
Westindien unter amerikanischer Herrschaft ungestört wird fortentwickeln
können.
Wir haben übrigens Schiffe nicht nur nach den Philippinen geschickt.
Auch von den Deutschen in Kuba und Portoriko war uns der dringende
Wunsch ausgesprochen worden nach Entsendung von deutschen Schiffen,
und dieser Wunsch war von sehr angesehener Bremer Seite — ich sehe
leider den Herrn Abgeordneten Frese nicht in diesem hohen Hause; er
würde das, was ich jetzt sage, bestätigen können — lebhaft unterstätzt
worden. Trotz der geringen Anzahl der disponiblen Kriegsfahrzenge sind
wir auch diesem Wunsche nachgekommen; und während der blutigen
Ereignisse, welche sich im Frühling und Sommer in jenen Meeren abgespielt
haben, und durch welche Leben und Sicherheit mancher Deutscher gefährdet
wurden, hat Seiner Majestät Schiff „Geier“ gezeigt, was die Mannszucht,
die Pflichttreue und die Menschenlicbe unserer braven Seelente zu leisten
vermögen.
(Bravol) .
Meine Herren, ich komme jetzt zu den politischen Beziehnngen zwischen
Deutschland und Amerika. Sie werden es verstehen — und ich glaube,
gerade der Herr Vorredner 3), dem ich übrigens sehr verpflichtet bin für
die freundliche Art und Weise, in der er sich ausgesprochen hat über die
Staatssekretäre im allgemeinen und über meine Wenigkeit im besonderen
(Ociterkeit links),
— ich glaube, gerade der Herr Vorredner wird es verstehen, daß ich
mich in meiner amtlichen Stellung über diese Seite der Frage nur einigermaßen
diplomatisch auslassen kann. Ich will aber doch nicht zu diplomatisch
sprechen; denn ich glaube, daß zwischen zwei starken und männlichen
Völkern Offenheit und Geradheit die beste Politik sind
(Bravol)
5) Abgeordneter Fürst von Bismarck. Er hatte u. a. gesagt: „Die beiden Herren
Vorredner haben Anlaß genommen, der heutigen Leitung unserer auswärtigen Politik
ihr Vertrauen auszusprechen. Ich möchte mir erlauben, mich dem anzuschließen, und
glaube nicht zu weit zu gehen, wenn ich sage, daß die Herren Ressortchefs, die heute
die Regierungen am Bundesratstische vertreten, für ihr Ressort das Vertrauen nicht
nur der bisherigen Redner und der Parteien, die hinter ihnen stehen, verdienen, sondern
in sachlicher Beziehung das Vertrauen des ganzen Reichstags. (Bravo! rechts.) Ich
glanbe, daß die Herren so viel Sachkunde, Eifer und Geschick besitzen und entwickeln
werden, wie der ganze Reichstag das nicht besser leisten könnte. (Sehr richtig! rechts.)
Wer im Reichstage nicht das Vertrauen zu den jetzigen geschäftsleitenden Herren besitzt,
der hat ja Gelegenheit, das auszusprechen; ich glaube aber, ein solcher würde, wenn
er weiter gesragt würde, wen „er an die Stelle setzen wollte, in Verlegenheit sein:
denn ich wüßte nicht, wie die Stellen besser besetzt werden sollten."“