Liers — Lignitz. 251
Liers (res), die Herren von. .
Der Commerzienrath Otto Gottfried Liers (Lieres) in Breslau,
Herr auf Wilkau bei Schweidnitz, wurde am 11. Juli 1744 vom Könige
Friedrich II. in den Adelstand erhoben. Seine Nachkommen erwarben
grosse Güter, wie die Herrschaft Königsberg mit dem einst
festen Burgschlosse Künau ıim Schlesierthale bei Schweidnitz. Dittmannsdorf,
Wäldchen, Bärsdorf, Hausdosf u. 5. w. bei Waldenburg,
Stephanshayn bei Schweidnitz, Lübchen bei Guhrau, u. s. w. Im
Jahre 1806 war Otto Conrad Wilhelm v. Lieres auf Wilkau königl.
Justizrath und Commissarius perpetuus im Kreise Striegau. Er starb
am 5. Dechr. 1833. — Otto Sigismund v. Lieres auf Königsberg,
Wäldchen, Dittimannsdorf u. s. w., war Kreis - Deputirter des Schweidnitzer
Kreises. Die Güter besitzt gegenwärtig sein Sohn Friedrich
M’ilhehn v. Lieres; eine Schwester des Letztern ist die Gemahlin des
Generalmajors v. Kurssel,. — Ernst Samuel v. Lieres anf Stephansheyn
ist Landesältester, u. s. w. Der Rittmeister v. Lieres besitzt
Diürrjentsch bei Breslau. Der Landschaftsdirector. und Johanniter -
Ritter v. Lieres auf Wilkau starb am 22. Febr. 183%. In dem Kürassier-
Regiment v. Dolfs stand 1805 ein Major v. Liieres. Aus dem
Hause Wilkau dient ein Sohn als Lieutenant im 1. Kürassier- Regiment.
Eine Tochter aus diesem Hause ist mit dem Baron Ferdinand
v. Selierr- Thoss vermählt. Die v. Lieres führen ein rotles, von
einem schräggelegten Balken durchzogenes Schild, im obern Theile
ist ein abgekürzter silberner Hirsch, und im untern [heile eine silberne
Rose vorgestellt. Aus der Krone des Helmes wächst der silberne
llirsch. Die Decken roth und silbern. Dieses Wappen giebt
der Ordensrathı Hasse, S. 246b, in seinem handschriftl. Wappenbuche,
welches sich auf der königl. Bibliothek zu Berlin befindet.
Lignitz, die Grafen und Freiherren von.
Der vorletzte schlesische Fürst aus dem Hause der Piasten war
Christian (zuerst regierender Herzog zu Wohlau, und nach seines am
4. July 1664, olıne männliche Nachkommen gestorbenen Bruders
Hintritt auch Herzog zu Liegnitz und Brieg). Sein einziger Solın
Geory Wilhelm starb, 15 Jahr alt, am 24. Novbr. 1675. Mit ihm erlosch
das Haus der Piasten, das 900 Jahre mit dem Purpur bekleidet
war. Sein Grossvater, der Herzog Johann Christian zu l.iegnitz und
Brieg, konnte bei seinem am 2%5. Decbr. 1639 zu Osterode erfolgten
Tode nicht an das baldige Erlöschen seines Stammes glauben, denn
er hatte von seiner ersten Gemahlin, Dorothea Sıbylla, des Kurfürsten
Johann Georg zu Brandenburg Tochter, 8 Prinzen und 3 Prinzessinnen;
von ihnen starben: Heinrich und Ernst, Zwillinge, schon am
Tage ihrer Geburt wieder, Joachim, Rudolph und August, im zarten
Kindesalter, Geory der 3te, der älteste dieser Söhne, folgte dem
Vater am 4. July 1664 in die Gruft. Ludwig, der 4te dieser Söhne,
war schon am %. Januar 1652, wie sein Bryder Georg, ohne männliche
Erben verstorben. Der gedachte Herzog, Johann Christian zu
Liegnitz, vermählte sich aber, nachdem seine erste Gemahlin, die vorgedachte
Tochter des Kurfürsten von Brandenburg, am 19. März 1625
gestorben war, am 13. Septbr. des Jahres 1626 zum ?2tenmal mit
Anna Hedwig, Freiin v. Sitsch, in früherer Zeit v. Sytzen genannt;
diese seine 2te Gemahlin gehörte einem uralten, sehr angesehenen
Geschlechte an, sie war eine Dame von ausgezeichneter Schönheit,