Full text : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1811. (6)

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Rubrik  fügen  Wir  noch  hinzu,  daß  darunter
  solche  Norizen  anzuführen  sind,  welche
unter  keine  der  vorgezeichneten  passen,  und
doch  wichtig,  daher  zu  wissen  noͤthig,  oder
wenigstens  nicht  gleichguͤltig  sind;  z.  B.
wenn  Jemand,  der  schon  mehrere  Anstel:
lungen  gehabt  hat,  in  der  Zwischenzeit  quiescirt
  gewesen  ist,  wo  dann  dieser  Umstand
mit  Hinzufügung  der  Ursache  und  der  Dauer
der  Quieseirung  als  Bemerkung  einzutragen
kommt;  eben  so,  wenn  ein  Individuum  mit
außerordentlich  widrigen  Schicksalen,  verschuldet,
  oder  unverschuldet,  zu  kämpfen  gehabt
  hat,  und  dergleichen.

§.  Ihr  werder  die  Untergerichte  des  Kreises
  unter  Mittheilung  des  Formulars  und
Anberaumung  einer  kurzen  Frist  anzuweisen
wissen,  daß  ein  jedes  nicht  nur  dem  gemäß
euch  den  Personalstand  des  Gerichts  einberichte,
  sondern  auch  künftig  alle  vorfallenden
  Veränderungen  unverzüglich  anzeige.

B.  Qualifikations  =  BMch.
I.  Dessen  Erfodernisse.

Der  euch  aus  dem  Vorhergehenden  schon
bekannte  Zweck  der  Qualifikations-Bücher
erfodert  wesentlich,  daß

a)sie  sich  über  alle  Individuen  verbreiten,
mithin  keines  ungekannt  bleibe;

b)  die  Appellationsgerichte  bei  Würdigung
  der  Arbeiter  der  Untergerichte,
alle  von  dem  nämlichen  Gesichrspunkte
ausgehen,  und  ihre  Noten  nach  einerlei
  Grundsken  verfassen;

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c)  das  Urtheil  uͤber  Talent,  Faͤhigkeit
und  Fleiß,  nach  Beschaffenheit  der  Arbeiten,
  und  deren  Befoͤrderung  gruͤndlich
  gefaͤllt  werde;  und

d)  alle  Willkuͤhr  in  der  Beurtheilung
nach  Moͤglichkeit  ausgeschlossen  bleibe.

Wir  glauben  zwar,  daß  die  unten  uͤber
die  Form  und  die  Art  der  Fuͤhrung  der
Aualifikations-Buͤcher  folgenden  Vorschriften
  und  deren  genaue  Befolgung  obigen  Erfodernissen
  größtentheils  ein  Genüge  leisten
werden.  Hinsichtlich  des  ersten  haben  Wie
aber  besonders  in  Erwägung  gezogen,  daß
bei  den  Landgerichten  einzelne  Assessoren  vorzüglich
  für  Polizei:  und  andere  Administrativ:
  Gegenstände  verwendet  werden  können,
welche  also  als  Rechtsgelehrte  keine  oder
nur  seltene  Gelegenheit  haben,  dem  Appellationsgerichte
  bekannt  zu  werden;  daß  die
Mieglieder  der  Stadt=  und  Landgerichte  zu
Kriminal-Untersuchungen  nicht  alle  gleich
tauglich  sind,  auch  nicht  alle  gleiche  Netgung
  dazu  haben,  daher  Einer  häufiger
zu  diesem  Zweige  der  Amtsverrichtungen
verwendet  wird,  als  ein  Anderer,  vielleicht
denselben  ausschließlich  versehen  muß,  wodurch
  er  sich  zwar  das  Zeugniß  eines  geschickten
  Inquirenren  erwerben  kann,  wahrend
  seine  Fähigkeiten  im  Fache  des  Civilrechts,
  waͤren  sie  auch  die  lobenswürdigsten,
nicht  zur  Kenneniß  der  vorgesezten  Seelle
gelangen;  daß  möglicher  Weise  die  Stadtgerichts-Direktoren,
  die  Stadt=  und  Landrichter
  den  begünstigten  Assessoren  die  wichligern
  und  schwerern  Arbeiten,  wobei  Lob

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