Boriluth. 267
wem in ditsem Falle die Unterhaltungepflicht obliege, der Rechteweg zuläfsig.
(Obertr.-Erl. vom 28. Januar 1857, Entsch., Bd. XXXV. S. 180.)
6 19. Niemand darf an öffentlichen Flüssen, wenngleich auf seinem Eigenwume,
Schleusen und Wehre anlegen oder ändern, ohne daß zuvor die Nachbarn
vernommen und die Einwilligung des Staates beigebracht worden. (8 97, Tit. 8,
Thl. 1I, und § 61, Tit. 15, Thl. II d. Allg. Landr.)
15. Hapitel.
Vorflst'#.
) Allmeine Borschrisin.
. Gegen das außerhalb der ordentlichen Kanäle und Gräben ablaufende
Wasser ist jeder Eigemhümer seine Grundstücke zu decken wohl befugt. (§ 102,
Tit. 8, Thl. II d. Allg. Landr.
Wenn er dies thut, so hat der oberhalb liegende Besitzer, obgleich jener das
überlaufende Wasser bisher noch niemals gewehrt hat, gegen die Handlungen desselben
*P Besitzklage. (Obertr.-Erk. vom 25. Oktober 1849, J.-Minist.-Bl.,
S. 102.
t 2. Kann iedoch der oberhalb liegende Besitzer dergleichen Wasser durch
die auf seinem Grund und Boden zu machenden Veranstaliungen nicht abführen,
so ist der umterhalb liegende, d. h. der angrenzende Nachbar selbiges anzunehmen
und also dem obern die Vorfluth zu geslatten verbunden. (§ 103, Tit. 8, Thl. II
daß das Regen= und Traufwasser, welches auf seinem Grundstucke sich ansammelt,
nicht den Boden durchdringe und in das Nachbargrundstück einziehe. Die vorstehenden
Vorschriften beziehen sich nur auf ländliche Grundstücke. (Obert.Erk.
Juli 1860, Archio f. Rechtef., Bd. XXXVII, S. 333.)
Aber ebenso darf auch kein Eigenthümer auf seinem Grund und Boden Vorrichtungen
trefsen, um das Sammelwasser dem nachbarlichen Grundstücke zuzuleiten.
Ist eine solche Ableitung nothwendig, so muß sie in den gesetzlichen Formen nachgesucht
und nach Inhalt der Gesetze begründet werden. (Obertr. Erl. vom 3. Januar
1861, Archiv f. Rechtef., Bd. XL, S. 119.)
6 3. Die unterhalb liegenden Besitzer sind zur Aufnohme des Wassers
nicht verpflichtet, sobald es einem unter ihnen durch natürliche Hindernisse unmöglich
wird, das solchergestalt anzunehmende Wasser weiter abzuleiten. (8 104,
Tit. 8, Thl. II d. Allg. Landr.)
Doch kann auch in diesem Falle der Staat die unterhalb liegenden Nachbarn
zu Gestattung der Vorfluth anhalten, wenn die Vortheile des oberhalb gelegenen
Besitzers den Schaden des unteren beträchtlich Uberwiegen und Ersterer dem Letteren
diesen ganzen Schaden -vollständig zu vergüten bereit und vermögend ist. (§ 105
a. a. O.)
Auch diese Vorschrift bezieht sich nur auf ländliche Grundstücke. (Obertr.-Erl.
vom 10. Februar 1859, Entsch., Bd. XL, S. 34.)