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Entwickelung des indirekten Steuersystems erfolgen könne, und daß eine
Ermäßigung der drückenden direkten Steuern unabweislich sei. Allerdings
mochten auf diesem Gebiete Meinungsverschiedenheiten zwischen
den gemäßigt Liberalen und den Konservativen und der Regierung bestehen.
Aber dieselben waren doch mehr quantitativer als qualitativer
Natur und keineswegs der Art, daß sie die Möglichkeit, ja die Wahrscheinlichkeit
einer vollkommenen Verständigung ausschlossen.
Und ganz ebenso verhielt es sich mit den wirtschaftlichen Fragen.
Die Fortschrittspartei ist die einzige Partei, welche wie in anderen, so
auch hierin nichts gelernt hat; sie steht nach wie vor auf dem
Boden des absoluten Freihandels, des laisser aller. Der große Umschwung
der letzten Jahre war an ihr spurlos vorübergegangen, während
in der nationalliberalen Partei mehr und mehr die Ansicht Boden gewonnen
hatte, daß die realen nationalen Interessen nicht einer wirtschaftlichen
Theorie zu Liebe aufgeopfert werden durften.
Die folgende Tabelle zeigt den Wechsel in dem numerischen Verhältnis
der Parteien, als Ergebnis der drei Reichstagswahlen von 1874,
1877, 1878:
— — — — — — — — — — — —— — — N—“—
1874 1877 1878
Nationalliberaaae 151 126 97
Konservatiben 21 40 59
Deutsche Reichsparttee 31 34 50
Centrum .. . .... . . .... 91 92 93
rtschrittspartei... . ... 49 31 23
ocialdemokraten 9 12 9
Das Resultat der Reichstagswahl vom 30. Juli war also eine
Verstärkung der konservativen Partei auf Kosten der liberalen. Der neue
Reichstag wurde am 9. September durch den Grafen v. Stolberg eröffnet.
Die Thronrede führte keine anderen Gegenstände der Beratung an als
das Socialistengesetz. In der Sitzung des Reichstags vom 11. Sept.
wurde v. Forckenbeck zum Präsidenten, Frhr. Schenk v. Stauffenberg
zum ersten, Fürst v. Hohenlohe-Langenburg zum zweiten Präsidenten
gewählt.
Das neue Socialistengesetz schuf eine Partei-Gruppierung, über welche
Herr Windthorst sofort seine Witze machte, indem er die neue Fraktion
Bismarck sans phrase bereits über die Taufe halten sah, mit der Erlaubnis,
daß die drei Kompagnieen, die nach Bismarcks Ausspruch vereint
schlagen sollten, unter der Führung Helldorf, Kardorff, Bennigsen getrennt
marschierten.