Full text : Der Weltbrand. Deutschlands Tragödie 1914-1918. Erster Band. (1)

Zweites  Buch
Hinter  den  Festungswällen

Erstes  Kapitel
Anstürme  und  Ausfälle  im  Westen

war  doch  mehr  gewesen  als  ein  Aktschluß  im  Trauerspiel.  Es  war  ein
Wendepunkt  —  der  Wendepunkt.  Ein  Neues  hatte  begonnen,  eln  nie
Erbörtes.  Ohne  es  zu  ahnen,  standen  wlr  schon  „am  Anfang  vom  Ende“.
Wohl  war  der  Krieg  für  die  Mittelmächte  von  Andeginn  ein  Verteidigungskrieg
gewesen.  Und  der  Angriff  war  ulcht  nur  aus  einer  Himmelegegend  gekommen
ober  aus  zweien  oder  dreien  —  er  drohte  vom  Anbeginn  „aus  allen  Richtungen
der  Windrose“.  Aber  bleher  hatte  das  dußere  Bild  der  Ereignisse  dlese  Lage  noch
verschlelert.  Die  Mittelmächte  hatten  nach  Osten  und  nach  Westen  polltlsch  durch
die  Kriegserklärung,  milltärisch  durch  dle  offensive  Führung  der  Verteidigung
den  Schein  auf  sich  genommen,  als  seien  in  Wahrheit  sie  die  Angrelfer.
Aun  hatte  auch  das  dußere  Blld  ln  jähem  Umschwung  eine  Form  angenommen,
  welche  dem  Inneren  Sinn  des  ungeheuren  Geschebens  entsprach.  Die
angriffsweise  geführten  Verteidigungehandlungen  der  Mittelmächte  waren
in  Ost  und  West  zum  Stehen  gekommen.  Im  Westen  zwar  blelten  dle  deutschen
Heere  noch  immer  gewaltige  Gebiete  feindlichen  Landes  —  und  nur  lm  Süden
batte  der  Feind  ein  winziges  Stück  deutschen  Bodens  erfaßt.  Im  Osten  aber
war  der  kecke  Vorstoß  der  österreichisch-ungarischen  Truppen  dald  über  dle  Landesgrenze
  zurückgeworsen  worden.  Die  braune  Russenflut  war  hinter  ihnen  drein

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