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Abfallsbewegung im Benediktinerorden. 331
Bevor wir jedoch den Verlauf der Säkularisation des Klosters
Ellwangen verfolgen, ist es angezeigt, zuvor auf ähnliche Vorgange
im deutschen Zweig des Benediktinerordens einen Blick zu werfen.
Il. Kapitel.
Säkularisation zahlreicher Benediktinerklöster im Laufe des 15. Jahrhunderts.
— Gesuch um Umwandlung des Klosters Ellwangen.
Bulle Pius’ Il. vom 14. Januar 1460.
Der Reformbewegung im deutschen Zweig des Benediktinerordens,
die wir bisher nach ihrer räumliehen Entfaltung und ihren
Erfolgen zu würdigen gesucht haben, geht von Anfang an eme
mächtige Abfallsbewegung zur Seite, welche seit der Mitte
des 15. Jahrhunderts mehr und mehr um sich griff und durch
die Sükularisation des Klosters Ellwangen zweifellos bedeutend
rcfördert wurde. Diese, in der Literatur bisher wenig beachtete,
Tatsache muss in die Betrachtung einbezogen werden, wenn man
von dem wirklichen Erfolg der Reformbestrebungen jener Zeit
nicht ein falsches Bild gewinnen will. Eine anschauliche Schilderung
der Fortschritte dieser Abfallsbewegung gibt der für das
Provinzialkapitel zu llirsau 1493 (April 28—30) verfasste und auf
Anordnung des Kapitels in Druck gegebeneLiber lugubris de stafu
et rnina monastiei ordinis des Sponheimer Abts Johannes
Trithemius;’) freilich muss man dem fast leidenschaftlichen
—uil. ——
sranz konsequent, Wenn Scherer a. a. 0. 8. 853 sat: „Die Auflösung eines
selbständirr für sich bestehenden Klosters ist nach Analogie der Aufbebungr eines
Ordens zu beurteilen,“ somit die Kompetenz des Ordinarius zu verneinen [was
sch bei dem exemten Kloster Ellwangen allerdings von selbst versteht]. Scherer
verweist Ann. 68 auf die Säkularisierung der exemten Benediktinerahtei Vezelay
in Burgund durch Papst Paul III. im J. 1537; die deutsche Kirchengeschichte
bietet zahlreiche Beispiele aus früherer Zeit, wie jm nächsten Kapitel gezeigt
werden wird.
1) Auch unter dem Titel: Liber penthicus de ruina monastici ordinis,
x. 1. et a. [Mainız, ei. 1493], 31 unpaginierte Bl. in 4°. Ein Exemplar des
Drucks befindet sich in der Bibliothek des K. Wilhelmsstifts in Tübingen; die
Typen sind offenbar dieselben wie diejeniren der in dem genannten Exemplar
unmittelbar vorausgehenden Schrift desselben Verfassers: De vanitate et wiseria
humane vite, die 1495 in Mainz hei Peter Friedberg gedruckt ist. Der Liber lugubris
ist: wiederabzgredruckt. bei Busacus, J o,Trithemii opera pia etspiritualia