Full text : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1812. (8)

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oder  dessen  Abweisung  raͤthlich  oder  nothwendig
  machen.

9.  328.  Wird  die  Auswanderung  vorldusig
  bewilliget,  ##  hat  der  Soldat  die  ihm
desfalls  legal  ausgesertigte  Erlaubniß  seinem
Abschiedsgesuche  beizulegen,  welches  sohin
im  gehörigen  Dienstwege,  jedoch  mit  Rücksicht
  auf  die  im  Art.  150.  festgesezten  Bedingungen,
  einzubefördern  ist,  unter  welchen
ih'n  die  Entlassung  bewilliget  wird,  und
welche  in  dem  Berichte  ausdrücklish  angeführt
werden  müssen.

G.  320.  Die  Entlassung  wird  dem  Soldaten
  in  dem  Falle,  wenn  er  nur  jene  Jahre
erst  auszudienen  hat,  welche  er  in  Folge  seiner
  konskriptionsmässigen  Einreihung  hat
übernehmen  müssen,  oder  welche  er  als  Militärpflichtiger
  freiwillig  übernommen  hat,
nach  der  ihm  schon  vorläufig  ertheilten  Auswanderungs:
  Erlaubniß  gemäß  dem  Art.  169.
gegen  Einstellung  eines  andern  Mannes,  und
Zahlung  der  übrigen  vorgeschriebenen  Gebüh-=ren,
  ohne  weitere  Anfrage  durch  das  General;
  oder  Artillerie=  Brigade:  Kommando
bewilliget.  Rücksichtlich  des  einzustellenden
Ersazmannes  muß  übrigens  genau  das  beobachtet
  werden,  was  hierwegen  Titel  5.
und  13.  verfügt  ist.  Wenn  der  Soldat
diese,  oder  durch  die  wieder  erneuerte  Anwerbung
  mehrere  Kapitulationen  ausgedient,
oder,  wenn  er  sich  als  nicht  mehr  militärflichtig
  freiwillig  hat  anwerben  lassen,  so
wird  er  nach  Vorschrift  des  eben  angezozgenen
Art.  behandelt,  und  ihm  ebenfalls  die  Euctlassung
  durch  das  General=  oder  Artillerie=1204



Brigade:  Kommando  ohne  Anfraze  bewilligct.


§.  330.  Jene  Seldaten,  welche  wegen
Verwundungen  im  Felde,  oder  wegen  der
ihnen  durch  die  wirkliche  Ausübung  militirischer
  Verrichtungen  im  Dienste  ohne  ihr  Verschulden
  zugestossenen  Gebrechen  untauglich,
und  daher  pensionirt  worden  sind,  müssen,
wenn  sie  aus  besonders  erheblichen  Gründen
die  Erlaubniß  zur  Auswanderung  nachsuchen
zu  können  glauben,  vorerst  dassenige  beobachten,
  und  ihr  Gesuch  auf  die  Art  einbefördern,
  was  und  wie  es  S.  326.  vorgeschrieben
  ist;  wobei  aber  statt  des  unter  Zifer  3.
angeführten  Zeugnisses  jenes,  was  ihnen  gemäß
  O.  313.  bei  ihrer  Pensionirung  ertheilt
wurde,  dem  Gesuche  beizulegen  ist.

Wird  ihnen  die  Auswanderung  bewilliget,
so  müssen  sie  auf  die  G.  3  2  3.  vorgeschriebene
Art  ihre  gänzliche  Entlassung  aus  dem  Militär-Verbande
  bei  der  einschlägigen  Kommandautschaft
  nachsuchen.  Deese  wird  zwar
auch  von  dem  Gencral-Kommando  ertheilt,
sedoch  muß  bei  diesen  Fällen  rücksichrlich
der  im  Art.  170.  bestimmten  Einziehung  der
Pension,  und  der  deshalb  nöthigen  Verfügung
  sedesmal  Anzeige  =  Bericht  erstattet
werden.

F.  331.  Auf  alle  jene  Auswanderungs-Gesuche,
  bei  welchen  diese  Formen  nicht  beobachtet,
  und  welche  auf  dem  durch  die  eben
gegebenen  Vorschriften  genau  bezeichneten
Wege  nicht  einbefördert  werden,  wird  gar
keine  Rucksicht  genommen,  und
keine  Entschliessung  ertheilt.