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Buseck die Oberpfarrei iu Hallstadt. Diese
neue Pfründe und die mehreren Abteien,
welche ihm zugefallen sind, schienen ihm nur
deßwegen zu Theil geworden zu seyn, um
seine Wohlehd#igkeit in noch reichlicherem
Maße ausströmmen zu lassen. Die startlich-
sten Monumente hierüber liefern vorzüglich
seine, in dem damals domkapitlischen Abtei-
Orte Pertstadt, mit vielen Kosten-Aufwande
unternommene, und in öffentlichen Blärtern?)
weitläufig beschriebene Schul-Armen=
und Industrie-Anstalten.
Im Jahre 1801 wurde er ebenfalls wieder
durch einhellige Seimmen der Domkapitula=
ren, die sich wegen der damaligen Zeitum-
stände zu Krrnach versammelt hatten, zum
Demrrobst gewählt. Als solcher ward er
zugleich Herr von Burgellern.
Auch hier suchte er das Schul-, Armen
und Industrie-Wesen mit großen Kosten--
Aufwande in die schönste Ordnung zu brin-
gen.
Die im Jahre 1803 erfolgte Säkulari-
sation machre zwar eine norhwendige Aen-
derung in seinem Geschäftekreise, aber nicht
in seinen edeln Gesinnungen.
Seinem neuen Landeoherrn mit eben so
großer Anhänglichkeit und Treue, als ehehin
seinen Fürstbischöfen zugethan, fuhr er sert
so viel Gutes zu wirken, als er konnte. Um
aber auch in dieser Lage noch unmittelbar
*) Churpfalzbalerlscher (ränkischer Schul, Merkur v.
J. 1805 Nro. 3 — 10.
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auf das allgemeine Beste elnwirken zu kön,
nen, übernahm er auf einige Zeit das ODr,
sidium bet der Krankenhaus-Kommisstn.
Im Jahre 1 808 nach dem Tode des lezten
Fürst= Bischofo Georg Karl von Fechenbach
erhielt er die Leitung des geistlichen General=
Vikariats des Bistums Bamberg, dessen
Sorengel durch die hinzugekommenen Aneheile
der vormaligen Diözese Würzburg vergrößert
worden war, und Seine königliche Majestär
ernannten ihn zum Prsidenten dieser Seelle“).
Dieses wichtige Amt führte er drei und
ein chalbes Jahr mit erneuccter Thärtigkeic,
und rastloser Anstrengung.
Den jungen Klerus berufsmässig heran
zu bilden, und besonders durch öffentliche Dis-
putationen, denen er selbst beiwohnte, zu im:
mer größern Fleiße anzuspornen, die in der
Diszese entdeckten Fehler und Misbrauche zu
tilgen, Liebe zur Tugend und zu Wissenschaf-
ten allenthalben einzuflößen, und den Religions=
Unterricht in Kirchen und Schulen durch ei-
nen neuen Diözesan-Katechismus zu beför-
dern, liturgische Anstalren zu verbessern, dem
dussern Gottesdienste einen auf die innere Re-
ligion wohlth#ig einwirkenden Glanz zu ver-
schaffen, und üderhaupt alle kirchlichen An-
gelegenheiten des Bistums weise zu ordnen,
dieß war das unaufhörliche Stceben seines
siets regsamen Geistes.
Unter seinen übrigen rühmlichen Eigen-
schaften verdient auch besonders sein Patrio=
* Neslestl. v. J. rios S. 2380.