1729
(Beitraͤge an Leinwand und Charplen fuͤr die
verwundeien vaterlaͤndischen Krieger)
Im Namern Seiner Majestät des Königs.
Das knigliche Landgericht Klausen
hat sieben Päcke alter Leinwand, 180 Pfund
schwer, an die königliche Proviant= und
Kasern-Verwaltung zu Briren für die ver-
wundeten vaterländischen Krieger, eingesen-
det, und dabei bemerkt, daß diese Lein-
wand von den Gemeinden Klausen, Layen,
Vellthurns, Tresburg, Gufdaun, Teis,
St. Peterhinterlayen und Vilanders ge-
sammelt worden, und sich hiebei die Pfar-
rer in Layen, Klausen und Vellirhurns
durch ihre thätige Mitwirkung besonders
rühmlichst ausgezeichnet haben. Das ke-
nigliche Landgericht Brixen hat zu gleichem
Zwecke 37 Pfund alter Leinwand;
das königliche Landgericht Mühlbach
5## Pfund Charpien, und
das königliche Hall-Oberamt zu Briren
vier ganz neue Binden aus feiner beinwand,
23 Ellen lang, mehrere Kompressen, et-
was Charpien, und ein noch brauchbares
Leintuch, zu Kompressen geeignet, zu glei-
chem Zwecke übergeben.
Durch die eifrige Verwendung des kö-
niglichen Polizei-Kommissariats zu Briren,
und durch die abermalige menschenfreundli-
che Theilnahme der Klosterfrauen in den
drei Frauen-Klästern dafelbst, sind aus obi-
ger Leinwand bereits 132 Pfund schsner
und reiner Charvie erzeugt, und von mehr
besagter Verwaltung anher einbefoͤrdert wor-
den, und witd noch taͤglich mit außerordent-
1730
licher Thaͤtigkeit in ermelbeten brei Frauen-
Kloͤstern an Verfertigung der Charpien fort-
gefahren.
Diese wohlthaͤtige patriotische Hand-
lungen werden andurch öffentlich bekannt
gemacht.
München den ra. Oktober 1812.
Das königliche Pol#zet: Kommissariat
zu Innsbruck hat son Pfund Charpien an
die Proviant= und Kasern-Verwaltung da-
selbst, zur weitern Einbeförderung mit der
Zusicherung übergeben, daß seiner Zeit noch
Mehreres nachfolgen werde.
Ferner hat der dortige Stadt-Magistrat
24 Pfund Charpien, das königliche Land-
gericht daselbst 31 Pfund Charpien, und
150 Pfund ungezupfte Leinwand, und end-
lich das königliche LKandgericht Hall 10 Pfund
Charpien, und 6o Pfund ungezupfte Lein-
wand an besagte Verwaltung übergeben.
Diese, das Wohl der verwundeten va-
terländischen Krieger bezweckende patriorische
Handlungen werden andurch öffentlich be-
kanne gemache, wobei zugleich die menschen-
freundliche Beihilfe der UrselinerF Kloster-
Frauen zu Innsbruck besonders mit anzu-
rühmen ist, welche nicht nur den bei wei-
tem größten Theil dieser Leinwand in der
dortigen Mädchenschule zupfen lassen, son-
bern auch diesem mühsamen Geschäfte sich
noch täglich unterziehen.
München den 14. Oktober 1812.
Königlicher Kriegs= Oekonomie=
Rath.
Kraus.
Versch.
(122)