Deutschlands Antwort auf das japanische Ultimatum.
Berlin, 24. August. Auf das Ultimatum Japans ist dem hlesigen japanischen
Geschäftsträger gestern vormittag nachstehende mündliche Erklärung abgegeben
worden: „Auf die Forderungen Japans hat die deutsche Regierung keineriei
Antwort zu geben. Sie sieht sich daher veranlaßt, ihren Botschafter in Tokioabzuberufen
und dem japanischen Geschäftsträger in Berlin seine Pässe zuzustellen.“
(W. T B.)
Das von der hiesigen japanischen Botschaft dem Auswärtigen Amt überreichte
Ultimatum lautet in deutscher Uebersetzung folgendermaßen:
„Die kaiserlich japanische Regierung erachtet es in der gegenwärtigen Lage für
äußerst wichtig und notwendig, Maßnahmen zu ergreifen, um alle Ursachen einer
Störung des Friedens im fernen Osten zu beseitigen und das allgemeine Interesse
zu wahren, das durch den Bündnisvertrag zwischen Japan und Großbritannien ins
Auge gefaßt ist, um einen festen und dauernden Frieden in Ostasien zu sichern, dessen
Herstellung das Ziel des besagten Abkommens bildet.
Sie hält es deshalb aufrichtig für ihre Pflicht, der kalserlich deutschen Regierung
den Rat zu ertellen, die nachstehenden beiden Vorschläge auszuführen:
1. Unverzüglich aus den japanischen und chinesischen Gewässern die deutschen
Kriegsschiffe und bewaffneten Fahrzeuge jeder Art zurückzuziehen und diejenigen,
die nicht zurückgezogen werden können, alsbald abzurüsten.
2. Bis spätestens 15. September 1914 das gesamte Pachtgebiet von Kiautschou
bedingungslos und ohne Entschädigung den kaiserlich japanischen Behörden
zu dem Zweck auszuantworten, es eventuell an China zurückzugeben.
Die kaiserlich japanische Regierung kündigt gleichzeitig an, daß sie, falls sie nicht
bis zum 23. August 1914 mittags von der kaiserlich deutschen Regierung eine Antwort
erhalten sollte, die die bedingungslose Annahme der vorstehenden von der
kaiserlich japanischen Regierung erteilten Ratschläge enthält, sich genötigt sehen
wird, so vorzugehen, wie sie es nach Lage der Sache für notwendig befinden wird.“
(W. T. B.)
Die deutschen Marinetruppen im Serbenkrieg.
Berlin, 23. August. Aus Sarajewo ging heute nachmittag folgende Meldung
beim Admiralstab der Marine ein:
Am 20. August Serbenstellung Höhe 954 bei Bisegrad genommen. Seesoldaten
in erster Linie. 3 tot, 2 Offiziere, 21 Mann verletzt. Verhalten Mannschaft
mustergültig. gez. Major Schneider.
Es handelt sich um unser Skutari- Detachement, das sich nach Abzug von
Skutari den österreichischen Operationen angeschlossen hat.
(W. T. B.)
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