Volltext : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfzehnter Band. (15)

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gewissen  Punkt  hin,  als  bei  den  übrigen  Thieren  wahrgenommen
  wird,  sondern  auch  bei  seinen  instinktmäßigen
Handlungen  wirkt  oft  mehr  eine  gewisse  Willkühr
  dazwischen  als  bei  anderen  Thieren.  So  weist
in  der  ersten  Beziehung  allen  übrigen  Thieren  der  Iustinkt
eft  recht  bestimmt  den  Kreis  an,  wo  sie  ibre  Nahrung  suchen
  und  finden,  wie  sie  ihre  Wohnung  einzurichten  haben;
nicht  aber  dem  Menschen,  der  erst  durch  Experimente  aller
Art  zu  dem  gelangt,  was  für  ihn  taugt.  Es  scheint  als
ob  die  Natur  hier  diesem  edelsten  Thiere,  dem  Thier-Menschen,
  für  dessen  Erhaltung  sie  doch  mehr  durch  ihre  Einrichtungen
  hätte  sorgen  sollen,  irgend  einen  geheimen
Ersatz  gegeben,  der  aber  wohl  am  Ende  mehr
als  Ersatz  seyn  muß.  So  hält,  in  der  zweiten  Beziehung,
  einer  der  heftigsten  Triebe  des  Menschen  —  der
Geschlechtstrieb  —  keine  so  fire  Perioden  wie  bei  den  Thieren.
  Der  Mensch  hat  keine  Brunsizeit;  es  wirken  zwar  die
Jahreszeiten  auch  auf  ihn,  allein  ein  Vermögen  der  Seele,
seine  Phantasie,  wirkt  dazwischen,  und  ein  anderes,  von
dem  gleich  nachher  die  Rede  seyn  wird,  giebt  ihm  die  Kraft,
jenen  Trieb,  trotz  jener  Einwirkungen,  zu  zügeln.  Zu  den
bisher  erwähnten  Eigenthümlichkeiten  des  Menschen  kommt
nun  noch  3)  eine  allgemeine  Transplantabilität.
Es  kann  der  Körper  des  Menschen  Veränderungen  ausdauren,
  wie  sonst  kelnes  andern  Thieres  Körper,  und  behält
aber  doch  bei  allen  Verändcrungen,  die  durch  die  Trans-Mantation
  entstehen  mehr  Identität.  der  Form  und  des
Seyns,  als  man  bei  den  übrigen  Thieren,  die  ungefähr
gleich  transplantabel  sind,  findet.  So  ist  z.  B.  der  Hund
ein  Thier,  olelleicht  eben  so  transplantabel  als  der  Mensch,
aber  er  ändert  sich  weit  mehr  durch  eine  solche  Verpflanzung
als  dieser.