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hinterher führen: nachfüren Stieler; dawit bot er
der 2enz seinen arm, sie den andern nachzuführen
Heyse Par. 2, 363; dazu: vo die eisenbahn deren
(der Lebensmittel) nachführung erleichterte Moltke
3, 67. — nachfüllen, das Füllen wiederholen: wasser,
milch, ö1 in ein gefüsz nachfüllen; wein oder ein weinfasz
nachfullen Adelung; in der Heerspr. Kommando:
nachfullen! (das Magazin des Gewehrs) Ex.-Negl. 20.
Nachgebären, vgl. nachgeboren. — nachgeben, tranf.,
hinterdrein, zu schon Gegebenem geben: muszte er noch
hundort thaler nachgeben Adelung; in älterer Spr.
nachsehen, Schuld oder Leistung erlassen: man gabs
kainem nach Aventin 2, 140; zugeben, einräumen:
e wir solichs wolten nach geben H Sachs Fastn. Sp.
6, 144; intrans., Spannung, Straffheit vermindern:
man gibt nach, läßt Faden, Band, Seil, Schraube
lockerer werden ebd.; von Dingen: der boden, stein,
nagel in der wand gibt nach, weicht; übertragen auf
das Weichen vor eines Anderen Willen: sprichwörtlich
der klügste gibt nach; nur einen finger breit nachgeben
Goethe Aufgeregt. 2, 2; den widerspenstigen
bauern auch nur ein haar breit nachzugeben ebd.; durch
die nothwendigkeit an nachgeben gewöhnt Moltke
2, 169; ein nachgebender, der nachgebendste ebegatte;
-zurückstehen, nachstehen: einem an geist, gelehrsamkeit
nichts nachgeben. Bei den Jägern geben die
hunde nach, wenn sie aufhören zu suchen. — nachgeboren,
Part. zu dem nicht mehr vorhandenen nachgebären:
ein nachgeborenes kind (nach dem Tode des
Vaters); auch — später Geborener überhaupt: manchem
der nachgebornen Goethe DuW. 1. — Nachgeburt,
k. das hinter der eigentlichen Geburt kommende,
Bezeichnung des Mutterkuchens. — nachgehen, hinterdrein
gehen, folgen, ahd. näh gangan, mhd. näch gän;
in mancherlei Bed. von gehen 1—3 (s. d.); von Menschen,
hinter etwas hergehen: der könig gieng dem
sark nach 2. Sam. 3, 31; folgen, zu erreichen suchen,
feindlich oder freundlich: gehet diesem nuch durch die
stat, und schlahet drein Hes. 9, 5; einem auf schritt
und tritt, einem wilde nachgehen; sihe wo sie schneiten
im felde, da gehe jnen nach Ruth 2, 9; übertragen:
das du nicht bist den jünglingen nachgegangen (sie
zu verführen suchend) 3, 10; wer .. unnötigen sachen
nachgehet Spr. Sal. 12, 11; wer .. mussiggang nachgebet
28, 19; gieng sie der lust zu eifrig nach Gellert
Fab. 2, 19; du gebst deiner profession nach Schiller
Kab. 1, 1; dasz sein herz nur um so bedrängter geworden,
je mehr es seinem begehren nachgegangen sei
Nanke Päspste 1, 172; spürend, forschend: einer spur,
führte, andeutungen nachgehen; demjenigen mit ganzem
vlcis nach zu gön, so das land Vindelicia . antrift
Aventin 1, 724; zeitlich nachgehen, einem Termine
folgen: darauf. wier dem tag nachgangen sein 2, 580;
zeitlich folgen, später kommen, im Part.: nachgende
jar, anni eonsequentes Maaler; in der adverbialen
Form nachgehends, die auch in nenerer Spr. noch erhalten
ist: nachgehends satzte er mich in ein badstublein
Simpl. 1, 72; hat nachgehends . zum andern
gesagt Hebel 2, 247; — von Dingen: die uhr geht
nach; unsinnlich: die krankheit, das leid ist ihm noch
lange nachgegangen, hat Spuren zurückgelassen; —
= zurückbleiben, in Wert oder Ansehen: der mutterlosen
göttin (Minerva) witz musz Curer weisheit weit
nachgeben Weckherlin Oden 3, 1. — nachgerade, nach
und nach, allmählich, aus dem niederd. n## gerade (nn
grade brem. Wb. 2, 552, von graad Grad, Stufe abgeleitet,
und als stusenweise, allmählich gedeutet; aber
nd. grade für gerade heißt hurtig, geschwind, und es
wird na gerade den minderen Grad von Hurtigkeit
bezeichnen wollen); im 18. Ih. zusammengerückt aufgenommen
und durch die Schriftspr. verbreitet: unser
Vertrauter umgang fängt nachgerade an, wir zuwider
nachfüllen — nachgerade.
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zu werden Schiller 3, 538; als nachgräde: maskerade,
die uns verwünscht langweilig wird nachgrade Heyse
3, 64. — Nachgeschmack, m. Geschmack der erst nach
dem Genuß einer Sache sich zeigt; eigentlich und bildlich:
die frucht schmeckte susz, batte aber einen
eigentümlichen nachgeschmack; die sache wird noch
einen bittern nachgeschmack baben; in scherzhafter
Wendung: nun kommt der metallische nachgeschmack,
wenn es ans Zahlen geht. — nachgiebig, Nachgeben
übend; seltener, und mehr in der Spr. des gewöhnlichen
Lebens, von nachgebenden Dingen: nachgiebiges
zeng, leder; des dichten mooses Sauft nachgiebige
schwellung Lenau 249; gewöhnlicher, mehr in gewählter
Spr. — eines Anderen Willen weichend, Widerstand
unterlassend Adelung; dasz .. die andern
minister sich zu nachgiebig zeigten Treitschke 4, 617;
sich nachgiebig gegen Deutschland erweisen Bismarck
Neden 14, 382; dazu: einige nachgiebigkeit zu finden
Moltke 4, 215. — Nachglanz, m. zurückgebliebener,
noch nachscheinender Glanz: der nachglanz eines traumes
Geibel 2, 192; ein naobglanz von verlornem gluck
Heyse 1, 114. — nachgraben, hinterher graben, grabend
suchen: schetze . da die diebe nach graben und stelen
Matth. 6, 19; der spur nachgraben Adelung; wenn
ihr nachgrabt, so werdet ihr auf altes gemäuer stoszen;
einem hamster nachgraben, um sein Nest auszunehmen.
— nachgrübeln, grübelnd einer Sache folgen, zu erforschen
suchen, einer sache Adelung; über dieses
tiefsinnige wort nachgrübelnd Heyse Par. 3, 144.
Nachhall, m. dem eigentlichen nachtönender Hall;
eigentlich und übertragen: cures gesanges nachhall
Voß Luise 1, 38; nachhall . der liebe Stolberg
2, 250; ein matter nachhall schöner frühlingsweisen
Strachwitz Ged. 49; der nachhall des kampfes, der
aus der tonart des herrn vorredners sprach Bismarck
Reden 15, 261; selten ein Plur.: alle ihre handlungen
scheinen mir abschattungen von den handlungen meiner
gräfinn, alle ihre worte nachhälle von den ibrigen
Lenz Waldbrud. 65; — nachhall für Echo Adelung:
verbreite weit umher, o nachhall, meine qual Hölty
48. — nachhallen, einen Nachhall geben, hinterher hallen,
schallen wie das Echo Adelung; weit ballts nach
Klopstock Mess. 16, 314; mit Angabe des Nachhallenden:
weib, wo ist dein gatte? hallte jeder winkel
meines herzens nach Schiller Kindsmörd. 67. — nachhalten,
feste Richtung hinter einem oder etwas haben,
beharrlich folgen (vgl. halten 3): mit Dat.: eines füsztritt
nachhalten oder nachgon Maaler; lange dauern,
anhalten, nur durch das später daraus gebildete nachhaltig
bezeugt; mit Acc. nach eines Vorbilde halten,
seiern (halten 6): ein begengnis oder jartag ..teglich
jm (Christus) nachzuhalten in aller ebristenheit Luther
1, 236b; jetzt gewöhnlich in Bezug auf Unterricht: die
schule, einc stunde nachhalten, nachträglich geben. —
nachhaltig, beharrlich, lange anhaltend, bei Campe als
neues Wort verzeichnet: ein nachhaltiges vertrauen ein-Zuflöszen
Ranke Päpste 2, 100; gefahren sicher und
nachhaltig abzuwehren Preußen i. B. 1, 124; der nachhaltige
muth Treitschke 1, 118. — nachhängen, Leitseil
oder Zügel locker lassen, altes Jäger= und Reiterwort,
in allgemeinen Gebrauch übergegangen, mit Formen
von hangen vermischt (vgl. unter hängen); in älterer
Spr. — verfolgen, nachsetzen: lag er dem jait ob.
und hieng dem wiltprer nach Aventin 1, 1031; der
kaiser mit allem seinem volk henget den Teutschen
nach 877; mit dem leithund eim hirschen nach zu
hängen Teuerd. 40, 11; = nachgeben, sich einer Einwirkung
ohne Widerstand überlassen: lasz dir nit zä,
deinem alter allenthalb nachzuhengen Frölich Stob.
109; den wollusten nachhangen, er bing den wollusten
nach, er hüngt dem betrubnusse nach Steinbach;
um mit aller gemüchlichkeit einer arbeit nachzuhängen
Nachgeschmack — nachhängen.
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