240 139. Königliche Bücherschenkung an die Societät (1735).
ein ander darin informirt und an seiner Statt zugezogen werde, dals ihm ein Controlleur
zugegeben werde, nicht aus Mifstrauen gegen ihn und seine Aufführung,
sondern blofs aufs vorgedachter Uhrsach. Und weil der Hoffrath Coeper dem
Secretario bereits adjungirt, also zu solcher Controlle der Nächste sey, wolten S. Exc.
denselben vorgeschlagen haben und erwarten darüber der Directoren Meynung.
Da nun die sämtlichen Anwesenden dem Vortrag Bevfall und die mehresten
dem Secretario das Zeugnils gegeben, dafs er von geraumer Zeit her es selbst verlanget,
wie wohl aus gewilsen Bedenken es nicht zum Standt gekoınmen, so
wurde einhellig
concl.
Der Hofirath Coeper dem Secretario als Controlleur beyzusetzen, dals sie
alle Dinge, soviel es sich thun läst, conjunctim tractiren. absonderlich die Einnahme
und Aufsgabe mit einander verrichten, darüber Rechnung und Gegen -Rechnung
führen, auch die Schlüssel zur Geld-Cassa unter einander theilen sollen, dafs
Keiner ohne den Andern dazu kommen können; der Secretarius aber solle eine
Instruction vor den Controlleur aufsetzen und nach der Directoren eingehaltenen
Monitis Sr. Exc. zur Revision einbringen. . Hierauf wurde der Betrag des Kalender-Vertreibs
nach den verschiedenen Provintzen und derer Haupt-Factoren Rechnungen
durchgegangen und nach den Preyfs, wie die Kalender eintzeln von den Buchbindern
verkauffet werden, berechnet, von S. Exc. selbst aufgezeichnet, dazu noch
einige andere neue Capittel der Einnahme gesetzet, und Alles in eine Summe gezogen,
die Registratur von Sr. Exc. und dem gesamten Directorio unterschrieben,
und ad acta zu legen befohlen.
Womit diese Unterredung beschlofsen worden nıit dem Verlafs bey nächster
Zusammenkunfft die Ausgabe auf gleiche Weise durchzugehen.
139.
(Vergl. Geschichte der Akademie S. 234).
Zu der Schenkung von Büchern und Naturalien, die Frırprıch
Wırnuers]. der Societät im Januar 1735 gemacht hat.
((Fasssasn), Leben und Tbaten.... Friedrich Wilhelmi, Hamburg und Brefslau 1735 S. 542 ff.)
Ihro Maj. haben im Febr. (vielmehr Januar) dieses 1735. Jahres der in Berlin,
von dem höchstseligsten König Dero Herrn Vater Glorwürdigsten Gedächtnisses xestiffteten
Societät derer Wissenschafften drey tausend Stücke sehr schön gebundene
Bücher, die Anfangs zu einem gantz andern Ende angeschaffet und zusammen gesuchet
worden, verelret, auch etlichen Abgeordneten von der Societät allergnädigste
Audienz verstattet, die allerunterthänigste Dancksagung vor 'eine solche stattliche
Verehrung anzunehmen; wobey Ihro Maj. der Societät den Fleifs recommandiret,
auf dals der End-Zweck erreichet werden möge, um welches willen sie eigentlich
gestiffiet worden. Denn die Absichten hierbey sind gewesen, dals die Societät,
gleich der zu London und Paris, allerhand neue Anmerckungen machen solte, die
zu desto mehrerer Erleuchtung des menschlichen Verstandes gereichen könten, dainit
er um so viel fähiger seye, die Natur einzusehen und ihre Kräffte zu erkennen,
worinnen in der That noch sehr viele neue Entdeckungen könten gemachet werden.
Auch solte sich die Societät auf solche Erfindungen legen, welche capable, die
Künste und Wissenschafften immer höher empor zu bringen, und zwar solche, die
der Welt zum wahren Nutzen gereichen keinesweges aber in blosser Windmacherey
und in falschen Träumereyen bestünden, womit sich viele Gelehrte aufzuhalten
pflegen. Indessen ınufs ınan bekennen, dafs wie löblich auch die Absichten Sr.
Maj. des höclıstseligsten Königs Frideriei bei Stifftung der Societät derer Wissen-