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Bei Fruchtsäften wurde daher die Reaktion in der folgenden abgeänderten Form
angewandt:
10 g Saft werden mit der gleichen Menge Wasser verdünnt und unter Zusatz
von 8 Tropfen Ammoniumoxalatlösung aufgekocht. Der jetzt trüben Flüssigkeit setzt
man etwas Tierkohle zu, schüttelt kräftig um und filtriert durch ein dichtes Papierfilter.
2 ccm des klaren Filtraies werden dann mit 2 Tropfen Salzsäure vom spezifischen
Gewicht 1,19 und der zehnfachen Raummenge Alkohol von 94 Volumenprozent
versetzt. Reine, nur mit Zucker eingekochte Fruchtsäfte geben bei dieser Behandlung
vollkommen klare Lösungen, während ein auch nur geringer Prozentsatz von Stärkesirup
sich durch eine milchige Trübung bemerkbar macht.
Es wurden bisher auf diese Weise 5 verbürgt reine Himbeersäfte und 2 Kirschsäfte
untersucht. Der deutlich erkennbare Unterschied zwischen einer klaren und einer
auch nur schwach getrübten Lösung ermöglicht auf dem vorstehenden Wege den
Nachweis auch geringer Mengen von Stärkedextrinen.
In der vorstehenden Tabelle sind die Ergebnisse des neuen Prüfungsverfahrens
bei einer Anzahl von Honigproben und Fruchtsäften, die in der angegebenen Weise
vorbehandelt wurden, sowie bei einigen Dextrinen, deren Lösungen keiner weiteren
Vorbehandlung bedurften, zusammengestellt. Um den wesentlichen Einfluß Jer Säure
hervortreten zu lassen, sind den Alkoholfällungen nach Zusatz von Salzsäure oder der
fast ebenso wirksamen Milchsäure stets noch die Alkoholfällungen ohne Säurezusatz
gegenübergestell. Die Ergebnisse lassen die Beeinflussung der Dextrinfällung durch
die Säure klar erkennen.
Während die gewöhnlichen Handelsdextrine durch den Zusatz von Säure und
Alkohol gefällt werden, treten bei den durch Dialyse gewonnenen Achroodextrinen nur
milchige Trübungen auf; die Honigdextrinlösungen bleiben dagegen vollkommen klar.
Die Frage, ob es sich bei der neuen Reaktion um eine rein physikalische Erscheinung
oder um eine chemische Umsetzung handelt, bei welcher sich esterartige
Verbindungen bilden, konnte noch nicht endgültig entschieden werden.
Vorstehende Untersuchung wurde im chemischen Laboratorium des Kaiserlichen
Gesundheitsamtes ausgeführt.
Berlin, im Mai 1909.