376 Oberpfalz u. Regensburg.
auch nicht alle für Fremde, so doch für die Mädchen, die in ein Kloster zu
treten gedachten, und für die jungen Nonnen.
Das Aufblühen der hohen Schulen zu Paris, später derer in Jtalien,
entzogen den Klöstern einen Theil ihrer Schüler. Den ersten Unterricht nahm
man noch in den Klosterschulen, zur weitern Ausbildung ging man in das
Ausland. In den Statuten des Domstifts zu Regensburg findet man vielfältig
Bestimmungen über die den auf Universitäten abwesenden Canonikern zustehenden
Präbenden, sowie die strengsten Weisungen zu dem fleißiken Besuche
der Vorlesungen. Auch die Klöster ergriffen diese Gelegenheit ihre Kenntnisse
zu mehren, und das Kloster Waldsassen zählte viele Aebte und Mönche,
die in Paris gebildet worden waren, so 1339 den Abt Franz, einen Doktor
der Sorbonne, der seiner Gelehrsamkeit die Abtswürde zu verdanken hatte,
den Mönch Marquard, von dem es heißt, er sei viel erfahren gewesen in der
Theologie, Medizin und Philosophie. Außerdem hatte das Kloster einen eignen
Freiplatz an der hohen Schule zu Paris, und später wurde ein eiznes
Gebäude für die Ordenszöglinge in Heidelberg errichtet.
Der Besuch der Universitäten hatte zur Folge, daß die Wissenschaft richt
mehr blos ein Vorrecht des geistlichen Standes war, sondern daß auch die
Laien sie schätzen lernten. Städte und Märkte fingen an in ihrem Krise
eigene Schulen zu errichten, es verlangten ja Handel, und Gewerbe andrre
Kenntnisse als die in den Klosterschulen bisher gelehrten, vorzüglich galt es
auch die bisher in den Schulen vernachläßigte deutsche Sprache zur Gelturg
zu bringen. Anfänglich waren es vorzüglich die Bettelmönche, in Regensburg
die Dominikaner und Augustiner, welche die Lehrstellen an der Volksschue
einnahmen, später herumziehende Schulmeister, von denen der erste magiste.,
der zweite hypodidascalus (Untermeister), die übrigen locati oder stamputles
(Lese-oder Elementarlehrer) hießen. Die Lehrer wurden nur auf ei
Jahr gemiethet, bekamen anfänglich keine feste Besoldung und waren auf de
in Geld und Naturalien bestehenden Leistungen der Schüler angewiesen. So
entstand die Scheidung in höhere, unter dem Schutze des Clerus fortbestehene
und in niedere, den Grund zu den Volks= und Elementarschulen legewe
Lehranstalten.
Wie in dieser Zeit das Städteschulwesen zu Regensburg gestaltet, konite
ich nirgends näher in Erfahrung bringen, doch scheint mir der Nachricht zu
Folge, daß im Jahre 1360 der Rath seinen Angehörigen, wegen eines üler
die Stadt verhängten bischöflichen Interdikts, verbietet, die Domschule, sonie
die der alten Kapelle zu besuchen, der Unterricht noch immer in den Händen
der so zahlreich vertretenen Stifter und Klöster geruht zu haben. In der altn
Kapelle kommt als rector puerorum 1287 Heinrich von Oberndorf vor. en
Sct. Emmeran blühte 1330 der rector pucrorum Joannes.
Mit der Verbreitung der Wissenschaft unter den Laien, entstand auch
die Sehnsucht nach dem Besitze von Büchern, und der Anfang der Stad-