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mittwoch, 28. Sebruar 1912
Der Er ictries
Berlin, 27. Febr. Die Tatsache, daß unsere
Torpebostreiffräfte bis über die Linie Dover
Calais in den e Kanal und die
Themsemündung einzudringen vermochten, zeigt
auf das deutlichste, wie lächerlich die englische
Behauptung von der Beherrschung der See ist.
Die Stelle Dover-Calais ist allgemein bekamt
als die engste des Kanals, 33,5 Kilometer, und
an dieser Stelle ist heute England ganz allein
für die Sicherheit der Straße verantwortlich,
da es nicht nur im Besitz dersstarken, auf hohen
Kreidefelten liegenden Befestigung von Dover
ist, sondern sich auch auf der französischen Seite
zum Herren von Calais gemacht hat, dessen weitiragende
Eeschütze von Ost= und Süd-Ost her
die enge Fahrstraße des Kanals weithin beherrschen.
Die Themsemündung gleicht einem Meerbusen
und ist jedenfalls selbst im tiefsten Frieden
durch Kriegsschiffe und starke Befestigungswerke
vit erinnern an die Befestigung von Sheerneß
und die Batterien von Shouburryneß nördlich
der erwekterten Themsemündung — geschützt,
die im Kriege wesemlich verstärkt worden sein
dürften. Nord-Foreland u. Marygate sind früher
schon von deutschen Luftschiffen besucht worden.
Nord-Foreland ist eine Marinestation mit angrenzenden
Batterien, die infolge ihrer günstigen
Aufstellung das Meer weithin beherrschen. Die
Batterten der Badestadt Margate reichen bis in
die Gegend von Esser, Dover, Margate und
das Margate benachbarte Ramsgate, gang zu
schweigen von den weiter nördlich gelsegenen
Häfen haben reichen Handelsverkehr, der. nat#
lich in der Themsemündung den gewaltigsten
Umsfang erreicht. „In der Nacht vom 25. zum
26. Febr. wurde Handelsverkehr nicht angetroffen“
— das sagt uns gemig. -
Ein englischer Bericht.
London, 27. Febr. Larson teilte im Unmit,
daß feindliche Zerstörer gestern in
aller Frühe Broadstair und Margate beschossen.
Eine Frau und ein Kind wurden getötet, zwei
Personen verwundet, zwei Häuser zerstört. —
Und wie viel hat Carson von der wahren Wirkung
des Angriffes verschwiegen?
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umwand-»W.
Genf, 27. Febr. Nach einer Havasmeldung
soll das amerikonische Schiff „Orleans“ bereits
gestern früh kurz nach 8 Uhr an#der Girondespitze
gesichtet worden sein. Von der „Rochester“, die
nicht das Tempo der „Orleans“ einhalten konnte,
ist moch keine Nachricht eingetroffen. «
«·JnBotdeau1hmicht,v-ie»«xketitJournal«
berichtet, aroße Aufregung, weil die widersprechendsten
Gerüchte über das Eintreffen der
„Onle#s“ im Umlauf waren. Bis jetzt lonnte
keine Bestätigung darüber erhalten werden, daß
die „Orleans“ gesichtet sei. Die Hafenbehörden
ordneten an, daß das Pudlikum erst nach Einlaufen
der Schiffe in die Gironde verständigt
werden solle. Der Gemeinderat von Bordeaur
beschloß, den amerikanischen Offizieren und
Mannschaften einen festlichen Empfang zu bewiten.
Aus Paris wird der Botschafter der-E
Staaten eintreffen, um an der Beegsfeier
teilnehmen zu können. An Bord
der „Nochester“ befinden sich mehrere amierikanssche
Journalisten sowie sensationsküsterne amerikanische
Sportleute, die den dreifachen Preis
für die Ueberfahrt bezahllen.
Bo, 27. Februar. Der Dampfer
„Onlens ist auf der Reede von Poniflac
eietroften. " "
der # ## Ametila.
Wilsons Forderungen.
Waspington, 27. Februar. Reuter. Willon
wird heute in einer gemeinsamen Sihung
mäßiger Ausübung friedlicher Unternehmungen
zur See nötig sind. Wilson verlangt auch die
nötigen Kredite für die Zwecke.
Die Lebensmittelkundgebungen in
merika.
Amsterdam, 27. Febr. In Woshington
spielten sich im Senat stürmische Szenen ab. Die
Republikaner drängten zum Handeln und traten
vor allem dafür ein, daß man die Schiffe freilasse.
In Neuyork veranstakteten Tausende von
Frauen und Männern einen Zug durch die
Avenue, um gegen die Hungersnot zu demonstrieren.
Dabei wurde die Marseillaise angestimmt
und das Astoria-Hotel gestürmt.
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Feindliche Funkspruchlügen.
Berlin, 27. Febr. Der französischen Heeresleitung
sind die deutschen Erfolge in der
Champagne und die Abweisung aller bisherigen
französischen Gegenangriffe anscheinend außzerordentlich
unbequem. So leugnet der Lyoner
Funkdienst die diutscherleit gemeldeten franz.
Gegenangriffe auf Höhe 185 am 23. Febr.,
die abends ½7 und 10 Uhr blutig abgewiesen
wurden. Die gleiche Politik verfolgt ein Funkspruch
des Poldhu-Dienstes vom 24. Febr., der
den abgewiesenen englischen Vorstoß bei Armentieres
als einen Erfolg darzustellen versucht. Es
gelang den Engländern zwar, bei dem elastischen
Zurückbiegen der deutschen Linie einige wenige
Gefangene zu machen, dagegen ist die Behauptung
von der großen Anzahl deutscher Toter frei
erfunden. Der angebliche Erfolg kostetete den
Engländern außer einer Anzahl Gefangener 200
gezählte Tote, während die angegriffene Stellung
restlos in deutschem Besitz blieb. Die englische
Heeresleitung beabsichtigte offenbar, den
bei diesem Unternehmen eingesetzten, viel mißbrauchten
Neuseeländern einen kleinen Erfolg zuzuschreiben.
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Die englische Kriegsankeihe.
London, 27. Februar. Im Unterhaus erklärte
Bonar Law über die Kriegsanleihe, daß
das Gesamtergebnis eine Summe erreiche, die
eine Woche vorher als unglaublich angesehen
worden wäre. Die Zeichnung habe zusammen
eine Milliarde und 312"950 Pfund Sterling
neues Geld ergeben. (Dus sind 20 Milliarden
und 6 Millionen Mark.)
Großes Eisenbahnungluck.
Stocholmn, 27. Febr. Der gestern abend
abgegungene Inwalidenzug kief bei Helmwaden
in der Nähe von Soederham auf ein Nebengeleise
und rannte gegen die Wand eines Gebäudes.
Vier Wagen binter der Lokomotive wurden
völlig gerstört. diesen Wagen defenden
ih fünfundsechsig Invaliden, die jetzt
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Weichensteklung angeschen.
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Trummern liegen. Zwei weitere Waben
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Poluuische Lare.
(Drahtbericht.)
Berlin, 27. Februar. In seiner heutigen
Rede im Reichstag führte der Reichskonzler
aus: Für uns ist es nur eine#Frage des Tages:
Kämpfen und siegen! (Beifall.) Die Bewilligung
des neuen Kriegskredites hat aller
Welt unseren unabänderlichen Entschluß bekundet,
zu fechten, bis die Feinde zum Frieden
bereit sind. (Beisall.) Ueber die Friedensziele
mich auszusprechen, halte ich verfrüht.
(Sehr richtig!). Ueber die großen Pr.-bleme
der imeren Politik: Neu-rientierung?
Kein schönes Wort! Es steht doch nicht in unserem
Bereich, ob wir uns neu orientieren
wollen oder nicht. Die neue Zeit mit dem erneuerten
Volk ist da. (Sehr richtig.)
Der Gedanke, das deutsche Volk zu belohnen
für das. was es geleistet hat, ist mir immer
als unwürdig erschienen. (Lebhafte Zustimmung.)
Lösen können wir die großen Aufgaben
nach dem Kriege nur, wenn die gesamten Kräfte
frei und freudig zusammenwirken. (Sehr richtig.)
Heute durchdringt der nationale Gedanke
alle Kreise des Volkes. Auch die Ueberzeugung
vom Wert der monachistischen Einrichtung
ist in unserem Volke weit und tief verbreitet.
Wir wissen aber auch, daß die Monarchie am
sichersten ist in der Liebe des freien Mannes.
Die weisung unseres Friedensangebotes
hat das deutsche Volk einiger gemacht denn je.
Auf unsere Note haben die Neutralen mit Vorbehalten
und Protesten geantwortet. Wir werden
die Schwierigkeiten für die Neutralen
nach Möglichleit mildern, wenn dicse auch in
erster Linie durch Englands Sec-Tyrannei veranlaßt
sind. (Sehr richtig.) Diese Knechtung
wollen wir und werden wir vernichten. (Beifant)
s--Die
Vereinigten -Staaten haben die diplomatischen
Beziehungen zu uns abgebrochen. Ueber
die Gründe haben wir eine amtliche Mitteilung
nicht erhalten. (Hört, hört!) Zwischen unserer
Note vom 4. Mai und der omerikanischen
vom 10. Mai, war ein so ttefgehender Unterschied,
daß niemand an der wirklichen Sachlage
zweiseln komie. Und niemand hat sich
wundern können, wenn wir am 31. Januar die
Folgerung daraus zogen, daß neun Monate
1nach jener Note die Freiheit der Meere nicht
wieder hergestellt war.
England gegenüber muß es heißen: Auf einen
groben Kloth gehört ein grober Keil.
Die Seesperre ist seit vier Wochen in Kraft.
Wir lönnen mit dem Erfolg mehr aks zufrieden
sein. Eine Blockade haben wir nicht erklört.
Dah einzelne Schiffe der Gefahr entschlupfen,
versteht sich von selbst.
Wir haben einen schweren Winter hinter uns.
Aber das Heldentum der deutschen Frauen und
Kinder hat schon jet den englischen Aushun-Unsere
Landfronten sind für alles bereit,
ader auch auf ber Wasserfront sind wir voll
gerũstet. Wire gehen mit vollem BVertrauen den
nächsten Wochen entyryen. Uuser #
Sieg. ¶ Oebhafter Beifall
———.—
Sitßzung ves Stadtmanistrates
Rosenheim.
16. Februar 1917.
Die Rechnung der Schulkasse für das Jahr
1915, welche mit 107 024.09 Mark Einnahmen,
10|8 162.35 Mark Ausgaben, 1138.26 Mark
Mehrausgaben und 471 430.82 Mark : Reinvermögen
abschließt, wird ohne Erimerung zur
Abbör gebracht. Die Declung des Fehlbetrages
hat aus der Gemeindekasse (Reservefond des
Jahres 1916) zu erfolgen.
Nach Bekanntgabe des Referates des ehrenamtlich
mit der Leitung der Bekleidungs- und
Altbekleidungsstelle betrauten Rechisrats a. D.
Erhard wird, entsprechend den Anträgen der
Bekleidungskommission, beschlossen: Als Annahmelolal
für die getragenen Kleidungs u.
Wäschestücke und getragenen Schuhwaren wird
der Laden im Stemplingerschen Hause, Ludwigsplatz
10, als Verkaufslokal der raoen“ iun
Bauerschen Hause Ludwigsplatz 17.
Als Ceschäftsstunden werden feütgeset für —
Annahmelokal: an Werktagen 9— 11 Uhr vormittags
und 3— 5 Uhr nachmittag; für die
Verkaufsstelle 8— 12 Uhr vormittags und halb
2 bis 6 Uhr nachmittags; on Sonn und Festtagen
geschlossen. Fur das Annahmelokal wird
Herr Stemplinger als Ceschäftsfuhrer ausgestellt,
als Schätzleute je ein von der betreffenmmung
nock namhaft zu machender
Schneider= und Schuhmachermeifßter, ferner aus
Altländlerkreisen die Trödlerin Frau Schmalzgruber
und die Händlerin Frau Strukely; Entlohnung
erfolgt nach ortsublichen Säten; das
Abholen getragener Bekleidungsftucke wird der
Verseterin Frau Rottner übergeben. Die Desinfektion
der abgelieserten Altkleider wird der
freiw. Sanitätskolonne Rosenheim übertragen.
We der Verarbeitung der desinfizierten Altkleider=
und Altwäschestücke sowie der getragenen
Schuhwaren ist mit der Schneider= und
Schuhmackerinnung ins Benehmen zu treten.
Mit der Geschäftsführung im Verkaufslokal ist
eine gewandte Frauensperson mit entsprechender
Vorbildung als Ladnerin gegen eine Entlohnung
von etwa 75 Mk. monatlich zu betrauen;
Kriegerfrauen sind bevorzugt. Die Eröffnung
der Annahmestelle soll am 1. März jene der
Verkaufsstelle am 1. April erfolgen. Für die
Bekleidungsstelle wird vorerst ein Kredit in der
Höhe von 2000 Mark eröffnet.
Nach Kenntnisnahme des Gutachtens zur Frage
des freien Sdiffahrtsweges auf dem Inn
wird beschlossen, es sei umgehend eine Eingabe
im Sinne dieses Gutachtens an den Landtag
und an die Staatsminmerien des Innern und
für Verkehrsangelegenheiten zu richten.
Dem Händler Joseph Gmeiner wird das Bürgerrecht
in Rosenheim gegen eine Burgerrechtsgebühr
von 30 Mark verliehen. Einem weitefren
Bewerber kann das Bürgerrecht nicht verlichen
werden. da die Befähigung nach Art. 11
Gde.-O. fehlt.
Gegen die Hausbesixerefrau Therese Oswald
wird Strafantrag wegen Beleidigung des Leibers,
der Lebemneomittelstelle Karl Schreier gestelst
Aus tem Gerichtsfante.
Sittlichkeitsverbrechen.
Traunstein, 26. Febr. Der Taglöhner J.
Eichinger aus Raubling sin#t bereits wegen Sittlichleitsverbrechen
im Zuchthaus von Straubing.
Wegen eines gleichen Verbrechens mußte er jetzt
wieder der Strafkammer vorgeführt werden. Unter
Eimechnung der bisherigen Strafe wurde der
alte Sünder zu fünf Jahren verurteikt, die er
wieder hinter Zuchthausmauern zu verbringen
hat. Ferner wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte
ebenfalls auf fünf Jahre aberkanmt.
Das Fensterln. „
(eipzig, 26. Febr. Die Frage, ob Fensterin
als widerrechtliches Eindringen und Haugfric
densbruch anzusehen ist, beschaftigte das Reichrgericht
in einer Reoision. die gegen ein Urteil
des Landgerichts Amberg von einem wegen
Hausfriedensbruckhs und Diebstahls zu drei Monaten
drei Tagen Gefängnis verurteilten Metzger
Kl. eingelegt worden war. Kl. hatte in
einem Wirtshaus in einem Orte nahe bei Amberg
übernachtet, war in der Nacht mit einem
Frcund über das Dach in die Kammer einer
Dienstmagd, die im Nebenhause wohnte, gestie.
gen, hatte auf dem Flur eine Kiste mit Mehl
Gieher. ich die Hülle seines Kopfkissens geholt.
und 20 and Mehl im Kissenüberzug davongetragen.
In seiner Reoision behauptete der An-Gheklagte,
daß von einem widerrechtlichen Einsteigen
im ersten Fall keine Rede sein könne, denn
er das im Einverstãndnis mit der Magd
getan. Fensterln sei allgemein üblich und nicht
ruch anzu Da "c
Uärte der t, daß deese
vollig o seien, denm sei sallen
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man im Fensterln eine
rieliete. Dt Revision mtde aa
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