Dem Breslauer Zweige entstammen die
Brüder Johann Friedrich Thielisch von
Rüdigersdorf auf Eichberg und Kauffungen
und Gottfried Thielisch von Rüdigersdorf
auf Mauer, Wolmsdorf, und Waltersdorf,
Söhne des Martin von Thielisch auf Eichberg,
welche durch Diplome d. d. Wien,
den 28. 11. 1665 und d. d. Linz, den 29. 10.
1680 unter dem Namen von Thielisch und
Rüdigersdorf mit Wappenvermehrung in den
böhmischen Ritterstand erhoben wurden.
Das vermehrte Wappen bei Johann
Friedrich (1665) zeigt einen gevierten
Schild, im 1. und 4. Felde den goldenen
Löwen des Breslauer Stammwappens, im 2.
und 3. Felde einen schwarzen Adler in Gold,
im roten Herzschild darüber einen silbernen
Morgenstern hinter 2
balkenweise angeordneten,
mit den Rücken
zusammenstossenden
silbernen Halbmonden,
von denen der obere E
aufwärts, der untere ab- SW
wärts gerichtet ist; das
Helmkleinod bestehtaus
dem wachsenden Löwen
des Stammwappens zwischen 2 Flügen,
von denen der rechte von blau und gold,
der linke von rot und silber geteilti ist, beide
auf der Teilung mit einem sechsstrahligen
Stern belegt, der rechte
mit einem silbernen,
der linke mit einem
goldenen; die Helmdecken
sind rechts
blau-golden, links rotsilbern.
Das Wappen des
Gottfried (1680) ist
ebenso, nur ohne die
Sterne auf den Flügen.
Sinapius (Schlesische Kuriositäten) nimmt,
da die Familie, urkundlich von 1410 an,
das Reichsvogteiamt zu Hirschberg inne
hatte und dieses im Wappen einen Hirsch
führt, an, dass der Hirsch das Lehnsoder
Amtswappen darstellt, der goldene
Stern aber als das ursprüngliche Stamm-53
wappen der Familie Thielisch anzusehen
ist.!) Die Genealogie der schles. Thielisch-Tilesius
ist Jahrg. VI, Nr. 10, der dänischen
Tillisch Jahrg. VI, Nr. 11, der italienischen
Telesio Jahrg. VII, Nr. 6 des »Archiv«, die
der Mühlhäuser Tilesius in den »Mühlhäuser
Geschichtsblättern« Jahrg. VI, Seite 54—82
mit Angabe der Quellen, allgemeine Mitteilungen
und Quellen in Jahrg.1I, Nr. 3, I, Nr.10,
IV, Nr. 2, V, Nr. 3, 11, VI, Nr. 12 des »Archiv«
enthalten.
Angesessen, zum Teil mit ansehnlichen
Gütern waren die Thielisch, die sich anscheinend
sehr bald der Reformation angeschlossen
haben, vor 1500 auf dem Rennhübel,
1569 in Hartau, 1534 und 1550 zu
Hartmannsdorf, sämtlich bei Hirschberg belegen,
1590 zu Kesselvorwerk bei Oels,
1600 und 1668 zu Eichberg bei Schönau,
1604 und 1607 zu Prisselwitz bei Breslau,
1666 zu Kauffungen bei Schönau, 1675, 1722
und 1786 zu Mauer bei Löwenberg, Wolmsdorf
(Wolfmannsdorf) bei Bolkenhain,
Waltersdorf bei Schönau, 1725 zu Ober-Würgsdorf,
1728 zu Schützendorf bei Bernstadt
Schles., 1772 zu Nieder-Klein-Rädlitz
bei Striegau, ausserdem hatten sie Besitzungen,
mindestens Häuser in Hirschberg,
Breslau, Liegnitz, Mühlhausen i. Th., Langensalza,
Menterode, Weissensee und Greiffenberg
Schlesien.
Bemerkt sei noch, dass Nathanael Tilesius
den Titel »Civis Romanus« führt und nach
einem Vermerk auf einem in Besitz des
Stadtarchivs zu Mühlhausen befindlichen
Kupferstich »den Ehrennamen seinen
italienischen Vettern (sic?) Antonio und
Bernardino, vor allem aber dem Thomas
Telesio, Cardinal und Erzbischof von
Cosenza verdankt, die ihn mit diesem Köder
in den Schoss der allein selig machenden
Kirche locken wollten.«
ı) Nach »Ralf von Retberg, Geschichte der
deutschen Wappenbilder« versinnbildlicht der Hirsch
den Begriff »guter Angang«. Im deutschen Volksglauben
galt der Hirsch lange Zeit als Lichttier. Der
Namen des nordischen Gottes Tor bedeutet Hirsch.
Nach der Sage wurde Dietrich von Bern (Verona)
von einem Hirsch in die Hölle gelock. D. V