— — — —
2
—
anfangs gewiß nicht der allgemeine Wunsch mit der neuen
Ordnung der Dinge erfüllt war.
Offenbar war's im ersien Anfang nur ein schönes Zusammentreffen
einzelner glücklicher Umstände und Verhältnisse;
im letzten Moment der Entwicklung aber eine Feinheit
und Behendigkeit der Kunst, einzelne Menschen und
ganze Menschenhaufen zu leiten, als ob hier nicht blos
Männer die Plane gemacht, sondern auch kluge Frauen mit
gerathen hätten. Gewiß ist's wohlthätig, einmal auch eine
solche Revolution genau zu beschauen, wo es gar nicht nach
der! Faüst, sondern- nach dem Verstande gieng; und dies in
i der, Periode derselben: wie gleich im ersten Anfange. Bei
den meisten ist's soüst ein gar grobes, wildes Werk, wo man.
si ch am Ende nur wundern muß, daß doch der gute Gott
* etwas. ersprießliches daraus hervorkommen läßt. ·
Der ganze Adel des Reichs und!so auch die Geistlichkeit
nd der- Böätgerstand sahen sich bald unerwartet an einem
Jiele, das nie ihr Wunsch, nie ihr Wille gewesen war. So
unlustig aber die erste klare Wahrnehmung gewesen seyn mochte,
böhin- sie gekommen seyen, so schnell schlug doch das allgemeiste
Bewußtseyn ein, daß sie zwar nicht zu ihr em Ziele
zekommen, aber doch glücklich geworden seyen. Und diese
Menschem wären so unglaublich vernünftig, nachher nicht
biel darüber zu rechten, wie man politisch glücklich seyn
müsset“
Es war in Dänmark ein seltsamer Zusiand sogenannter
Verfassung, ehe diese große Staatsveränderung ausbrach.
Wenn man den Buchstaben der Capitulationen ausah, und
namentlich die neueste läs, die Friedrich III. 1648 beschworen
hatte, so galt der König unglaublich wenig; So bald man
aber das täglichs Getreibe der Dinge überblickte, und die